Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
52
Erscheinungsjahr:
2012
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000341258/732/
bereits festgehalten – erwog, die im konkreten Fall umstrittene Bestim- mung der Begrenzungsverordnung schränke sowohl die Handels- und Gewerbefreiheit der an der Stelle interessierten Ausländer als auch der betroffenen Betriebe ein.43In der Praxis spielt dieses Freiheitsrecht eher eine untergeordnete Rolle, da der Staat in die freie Arbeitsplatzwahl kaum eingreift. 1.2.4Freiheit unternehmerischer Betätigung Art. 36 LV schützt insbesondere jede «private auf Erwerb gerichtete Tä- tigkeit».44Anerkannt ist weiter, «dass die freie Wahl der Organisation ein Element der Handels- und Gewerbefreiheit darstellt».45«Demnach kann jeder Einzelne grundsätzlich frei darüber entscheiden, ob er seine Er- werbstätigkeit allein oder zusammen mit anderen ausüben will. Die Handels- und Gewerbefreiheit beinhaltet auch die freie Wahl der Mitar- beiter und die freie Wahl der Organisation. Das Gesellschaftsrecht er- leichtert das Zusammenwirken, indem es verschiedene Gesellschaftsty- pen zur Verfügung stellt.»46 Als Beispiel für eine erfolgreiche Beschwerde im Zusammenhang mit der freien Wahl der Rechtsform für Arztpraxen hat der Staatsge- richtshof Folgendes erwogen: «Der Ausschluss von juristischen Perso- nen als Rechtsform für Ärzte stellt zweifellos einen Eingriff in die Han- dels- und Gewerbefreiheit der Ärzte dar. Der Beruf des Arztes ist eine private auf Erwerb gerichtete Tätigkeit, die von der Handels- und Ge- werbefreiheit geschützt wird (hierzu StGH 2004/14, Erw. 2 und 3, ebenso das schweizerische Bundesgericht in BGE 130 I 26, 40 mit wei- teren Hinweisen). Weiter ist anerkannt, dass die freie Wahl der Organi- sation ein Element der Handels- und Gewerbefreiheit darstellt. Dem- nach kann jeder Einzelne grundsätzlich frei darüber entscheiden, ob er seine Erwerbstätigkeit allein oder zusammen mit anderen ausüben 732Klaus 
A. Vallender 43StGH 1997/41 Erw. 2.1, wo der Staatsgerichtshof – worauf oben schon hingewiesen wurde – in der im konkreten Fall umstrittenen Bestimmung der Begrenzungsver- ordnung einen Eingriff in die Handels- und Gewerbefreiheit der ausländischen Ar- beitnehmer und der Betriebe, die diese anstellen wollen, erblickte. 44StGH 2008/38 Erw. 7, im Internet abrufbar unter . 45StGH 2008/38 Erw. 7, im Internet abrufbar unter . 46StGH 2008/38 Erw. 7 mit Hinweis auf StGH 2004/14 Erw. 2, im Internet abrufbar unter . 
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