Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
52
Erscheinungsjahr:
2012
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000341258/623/
II.Entstehungsgeschichte Die Landständische Verfassung vom 9. November 18187enthielt noch keine Bestimmungen hinsichtlich eines Landes- oder Gemeindebürger- rechts. Dagegen gewährleisteten das Gemeindegesetz von 18428sowie das Gesetz über den Erwerb der Staatsbürgerschaft von 18439bereits den Erwerb und Verlust des Gemeindebürgerrechts bzw. des liechten- steinischen Landesbürgerrechts. Bemerkenswert ist, dass die Aufnahme in den Staatsbürgerverband noch ohne Mitbestimmungsrecht der Ge- meinden erfolgte. Das bedeutet, dass das liechtensteinische Landesbür- gerrecht noch ohne eine Aufnahmezusicherung einer liechtensteinischen Gemeinde in das Gemeindebürgerrecht erworben werden konnte.10Erst durch das Gemeindegesetz vom 24. Mai 186411wurde eine zwingende Verbindung zwischen Landes- und Gemeindebürgerrecht hergestellt, in- dem jeder Staatsbürger auch Gemeindebürger sein musste. Der Erwerb und der Verlust der Staatsbürgerschaft wurden durch das Staatsbürger- rechtsgesetz vom 28. März 1864 geregelt.12 Mit dem Erlass der Konstitutionellen Verfassung im Jahr 186213 sind erstmals Bestimmungen über den Erwerb und Verlust des Landes- bürgerrechts verfassungsrechtlich verankert worden.14Die heute gültige 623 
Staatsangehörigkeit steinische Verfassung von 1921 mit der Inauguration des Instituts der Verfassungsbe- schwerde zum Schutze der Grundrechte als subjektiver Rechtsposition bewirkt hat». 7Landständische Verfassung vom 9. November 1818, abgedruckt in: Geschichtliche Entwicklung der politischen Volksrechte, des Parlaments und der Gerichtsbarkeit in Liechtenstein, LPS 8, Vaduz 1981, Anhang, S. 259 ff. 8Gesetz vom 1. August 1842 über Gemeindewesen und Freizügigkeit, Liechtenstei- nisches Regierungsarchiv, Vaduz; Normaliensammlung 1840–49. 9Gesetz vom 15. Januar 1843 über den Erwerb der Staatsbürgerschaft, Liechtenstei- nisches Regierungsarchiv, Vaduz; Normaliensammlung 1840–49. 10Wanger, Landesbürgerrecht, S. 19. 11LGBl. 1864 Nr. 4. 12Gesetz vom 28. März 1864 über die Erwerbung und über den Verlust des liechten- steinischen Staatsbürgerrechtes, LGBl. 1864 Nr. 3. 13Konstitutionelle Verfassung vom 26. September 1862, abgedruckt in: Geschichtliche Entwicklung der politischen Volksrechte, des Parlaments und der Gerichtsbarkeit in Liechtenstein, LPS 8, Vaduz 1981, Anhang, S. 273 ff.; zur Entstehung der Konstitu- tionellen Verfassung von 1862 siehe Geiger, Geschichte des Fürstentums Liechten- stein 1848 bis 1866, Schaan 1971, S. 248 ff. 14§ 6 der Konstitutionellen Verfassung von 1862 lautete: «Über Entstehung und Er- werbung, über Verlust und Untergang des Staatsbürgerrechtes und der Landange- hörigkeit bestimmen die Gesetze.»23
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.