Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
52
Erscheinungsjahr:
2012
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000341258/417/
rensnormen noch auf das Rechtshilfeverfahren in Strafsachen Anwen- dung».57Der Staatsgerichtshof hält diese Praxis bei Rechtshilfeersuchen aus EMRK-Unterzeichnerstaaten, aber auch bei solchen aus anderen an- erkannten Rechtsstaaten als gerechtfertigt, da in diesen Staaten in der Regel Gewähr dafür gegeben sei, dass beim ersuchenden Staat, der den Strafprozess durchführt, die Grundrechte, einschliesslich der Grundsatz «nulla poena sine lege» eingehalten werden. Würden sie verletzt, könn- ten sie jedenfalls im Instanzenzug gerügt werden.58Bei der Anwendung von Strafprozessbestimmungen gilt somit im Unterschied zum materiel- len Strafrecht «das besonders strenge Gesetzmässigkeitserfordernis des Grundsatzes ‹nulla poena sine lege› nicht».59Er schliesst daher lediglich das materielle Strafrecht ein bzw. «nur die Umschreibung der Tatbe- standselemente der einzelnen Straftaten und die Sanktion für Handlun- gen, die sich unter diese Straftatbestände subsumieren lassen».60Diesem Anforderungsprofil entspricht neben dem Strafprozessrecht auch das Strafvollzugsrecht nicht, da es dem materiellen Strafrecht nicht gleichge- 417 
Keine Strafe ohne Gesetz 57StGH 2003/44, Urteil vom 17. November 2003, , S. 22 Erw. 3.2 mit weiteren Rechtsprechungsnachweisen; siehe auch StGH 1998/48, Urteil vom 22. Februar 1999, LES 2001, S. 119 (121 Erw. 2.3); StGH 2003/56, Urteil vom 15. September 2003, , S. 7 Erw. 2.1; StGH 2003/69, Urteil vom 4. Mai 2004, , S. 15 Erw. 4; StGH 2004/29, Urteil vom 27. September 2004, , S. 25 Erw. 4.2; StGH 2005/55, Urteil vom 3. April 2006, nicht veröf- fentlicht, S. 24 Erw. 2.1; StGH 2006/19, Urteil vom 3. Juli 2006, , S. 22 Erw. 2.1; StGH 2006/27, Urteil vom 2. Oktober 2006, , S. 11 Erw. 2.3; StGH 2006/28, Urteil vom 2. Oktober 2006, , S. 36 Erw. 8.1; StGH 2007/61, Urteil vom 4. Dezember 2007, , S. 10 Erw. 2.3.1; StGH 2010/122+134, Urteil vom 6. Februar 2012, nicht veröffentlicht, S. 136 f. Erw. 2.1.1. 58StGH 2005/55, Urteil vom 3. April 2006, nicht veröffentlicht, S. 24 Erw. 2.1; StGH 2006/68, Urteil vom 18. September 2007, nicht veröffentlicht, S. 14 f. Erw. 4; StGH 2007/99, Urteil vom 11. Februar 2008, nicht veröffentlicht, S. 11 f. Erw. 22. 59StGH 2006/28, Urteil vom 2. Oktober 2006, , S. 36 Erw. 8.1; vgl. auch StGH 2007/61, Urteil vom 4. Dezember 2007, , S. 10 Erw. 2.3.1; StGH 2006/27, Urteil vom 2. Oktober 2006, , S. 11 Erw. 2.3; StGH 2006/19, Urteil vom 3. Juli 2006, , S. 22 Erw. 2.1; StGH 2003/69, Ur- teil vom 4. Mai 2004, , S. 15 Erw. 4; StGH 2003/56, Urteil vom 15. September 2003, , S. 7 Erw. 2.1. Vgl. aber auch Höpfel, § 1 StGB, Rz. 62, der im Zusammenhang mit der grundsätzlichen Zulässigkeit der Analogie im Strafprozessrecht anmerkt, dass man aber nicht umhin komme, «auch dort zu diffe- renzieren und Bestimmungen, mit denen Grundrechtseingriffe und ihre Vorausset- zungen geregelt werden, mit grösserer Zurückhaltung auszulegen.» 60StGH 2010/158, Urteil vom 29. März 2011, nicht veröffentlicht, S. 29 Erw. 4.2.
        

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