Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
52
Erscheinungsjahr:
2012
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000341258/343/
lich ausgeweitet.52Heute ist unbestritten, dass sämtliche Staatsorgane auf allen Ebenen der staatlichen Tätigkeit an die in Art. 33 Abs. 1 LV garan- tierten Rechte gebunden sind.53Jeglicher staatliche Akt (Tun oder Un- terlassen)54kann einen Eingriff in das Recht auf den ordentlichen Rich- ter bedeuten.55Ursprünglich war das Gebot des gesetzlichen Richters nur gegen die monarchische Exekutive, später auch gegen die Gesetzge- bung gerichtet.56Die Gerichtsbarkeit selbst bzw. judikative Massnah- men blieben vom sachlichen Schutzbereich des Rechts auf den ordentli- chen Richter ausgenommen. Der Staatsgerichtshof hat in seiner Recht- sprechung in Anlehnung an die österreichische Judikatur57und ähnlich wie das deutsche Bundesverfassungsgericht58den Schutz des Art. 33 Abs. 1 LV auch auf Akte der judikativen Gewalt ausgedehnt.59Danach 343 
Recht auf den ordentlichen Richter 52Vgl. statt vieler StGH 2002/56, Entscheidung vom 18. November 2002, , S. 9 ff. Erw. 3.1; StGH 2004/63, Urteil vom 9. Mai 2005, LES 2006, S. 115 (120 Erw. 2.1); siehe auch StGH 2003/24, Urteil vom 15. September 2003, LES 2006, S. 69 (83 Erw. 4.1); StGH 2009/4, Urteil vom 17. September 2009, , S. 24 Erw. 2.1; StGH 2009/46, Urteil vom 2. März 2010, nicht veröffentlicht, S. 17 f. Erw. 4.1; StGH 2009/74, Urteil vom 25. Juni 2009, , S. 14 Erw. 2.1; StGH 2010/89, Urteil vom 20. De- zember 2010, nicht veröffentlicht, S. 26 Erw. 2.1; StGH 2011/12, Urteil vom 29. März 2011, nicht veröffentlicht, S. 19 f. Erw. 3.2; siehe auch Wille T., Verfas- sungsprozessrecht, S. 269 mit Rechtsprechungsnachweisen; so auch für die Schweiz Kiener, Garantie, Rz. 2. 53Siehe Gstöhl, Recht, S. 135 f. 54Vgl. auch StGH 2011/28, Urteil vom 18. Mai 2011, nicht veröffentlicht, S. 8 Erw. 7, wo der Staatsgerichtshof festhält, dass das «Entziehen» des ordentlichen Richters verboten ist und dieses «Entziehen» sowohl in einem Tun als auch in einem Unter- lassen bestehen kann. 55Vgl. Gstöhl, Recht, S. 136 ff.; siehe auch Höfling, Grundrechtsordnung, S. 232 f.; für Österreich Berka, Grundrechte, Rz. 776 ff., und für Deutschland Schulze-Fielitz, Art. 101 GG, Rz. 14. 56Gstöhl, Recht, S. 135. 57Siehe dazu Höfling, Grundrechtsordnung, S. 233 mit Rechtsprechungshinweisen. 58So erstmals in BVerfGE 3, 359 (364 f.); mittlerweile ständige Rechtsprechung, vgl. Schulze-Fielitz, Art. 101 GG, Fn. 57. 59StGH 1997/27, Urteil vom 18. November 1997, LES 1999, S. 11 (15 Erw. 5.1); StGH 1998/45, Urteil vom 22. Februar 1999, LES 2000, S. 1 (5 Erw. 2); StGH 1998/48, Ur- teil vom 22. Februar 1999, LES 2001, S. 119 (122 Erw. 2.4); StGH 2002/38, Ent- scheidung vom 18. November 2002, nicht veröffentlicht, S. 11 Erw. 3.1; StGH 2002/56, Entscheidung vom 18. November 2002, , S. 9 ff. Erw. 3.1; StGH 2002/60, Entscheidung vom 18. November 2002, nicht veröffentlicht, S. 22 Erw. 2.1; StGH 2003/18, Entscheidung vom 30. Juni 2003, nicht veröffentlicht,
        

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