Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
52
Erscheinungsjahr:
2012
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000341258/26/
stärkte er seine eigene Stellung. Die Auswirkungen der Reform sind da- her für die Grundrechte nur vordergründig unbedenklich; jede Stärkung der Exekutivgewalt gefährdet die Menschenrechte, wenn nicht gleichzei- tig die Kompetenzen des obersten Gerichts angemessen erweitert wer- den.43 III.Universeller und regionaler Menschen - rechtsschutz nach 1948 Die Gräuel des Zweiten Weltkriegs führten zur Einsicht, dass die uni- verselle Beachtung der Menschenrechte eine wichtige Voraussetzung für den Weltfrieden darstellt. In der Charta der Vereinten Nationen (UNO) vom 26. Juni 1945 verpflichteten sich die Mitglieder, die Menschenrechte zu achten. Am 10. Dezember 1948 verabschiedete die Generalversamm- lung der UNO die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Diese stellt zwar keinen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag dar; ihr Inhalt wird gleichwohl grösstenteils dem zwingenden Völkergewohnheitsrecht zugeordnet. Die Erklärung war einerseits eine wichtige Leitlinie für die Abfassung der universellen und regionalen Menschenrechtsabkommen, andererseits beeinflusste sie direkt die Verfassungsgeber in vielen Staa- ten. Die UNO, der Liechtenstein erst 1990 beitrat, beschloss am 16. De- zember 1966 die beiden Weltpakte für bürgerliche und politische Rechte sowie für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Sie sind für das Fürstentum Liechtenstein 1999 in Kraft getreten.44 Auf regionaler Ebene sind die Europäische Menschenrechtskon- vention vom 4. November 1950, der Liechtenstein 1982 beitrat,45die Eu- ropäische Sozialcharta vom 18. Oktober 1961, die Amerikanische Men- schenrechtskonvention vom 22. November 1969 und die afrikanische Banjul-Charta vom 19. Juli 1981 zu erwähnen. Daneben bestehen auf UNO-Ebene und im Europarat, dem Liechtenstein 1978 beitrat, zahl- reiche weitere Abkommen, welche spezielle Aspekte des Menschen- 26Andreas 
Kley 43Vgl. Batliner, Fragen. 44 LGBl. 1999 Nr. 57 f. 45LGBl. 1982 Nr. 60/1. 
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