Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
52
Erscheinungsjahr:
2012
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000341258/24/
–die Grundrechte nicht mehr unter dem allgemeinen Gesetzesvor- behalt standen und –der Staatsgerichtshof mit der Rechtsprechung über die Grund- rechte betraut wurde. Im Vergleich zur Verfassung von 1862 enthielt die Verfassung die fol- genden neuen Grundrechte: –die Niederlassungsfreiheit (Art. 28), –die politischen Rechte für die Landesangehörigen (Art. 29), –der gleiche Zugang zu den Ämtern für alle Landesangehörigen (Art. 31 Abs. 1), –die integrale Freiheit der Person, das Hausrecht und das Brief- und Schriftengeheimnis (Art. 32 Abs. 1), –die Handels- und Gewerbefreiheit (Art. 36), –die integrale Glaubens- und Gewissensfreiheit (Art. 37, 39), –die Meinungsfreiheit (Art. 40), –das Vereins- und Versammlungsrecht (Art. 41). Bei der erweiterten Liste von in der Verfassung von 1921 festgeschriebe- nen Grundrechten blieb es vorerst; während Jahrzehnten wurden keine ungeschriebenen Rechte anerkannt. Von entscheidender Bedeutung war die Einführung des Staatsge- richtshofs, der als Organ über die Einhaltung der Grundrechte zu wa- chen hatte. Liechtenstein vollzog damit die Wende zum Rechtsstaat. Es bekannte sich zur Verfassung als Grundlage aller staatlichen Gewalt und zum Vorrang der Verfassung vor dem einfachen Gesetz und überwand damit das althergebrachte Justizsystem.34Nach Erlass der Verfassung verzögerte sich zwar die Ausarbeitung des Staatsgerichtshofgesetzes, da sich Liechtenstein nicht direkt an ein ausländisches Vorbild anlehnte.35 Im Ergebnis kam aber mit dem Gesetz von 1925 eine verfassungsge- richtliche Kontrolle der Grundrechte zustande, die sich europaweit se- hen lassen konnte. 24Andreas 
Kley 34Wille, Verfassungsgerichtsbarkeit, S. 22 ff. 35Wille, Verfassungsgerichtsbarkeit, S. 34 ff. 
22 23 24
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.