Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
50
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326999/85/
Senatswechsels im OGH bedurfte, bis die Rechtsprechung sich eines an- deren besann.31 Die unzureichende wissenschaftliche Durchdringung des Stif- tungsrechts war der Hauptgrund dafür, dass das Liechtenstein-Institut im Herbst 1997 erstmals ein Forschungsprojekt zu einem zivilrechtli- chen Fachgebiet vergab. Anlass für diesen Forschungsauftrag gab wie- derum ein stiftungsrechtliches OGH-Urteil.32Darin war das Höchstge- richt zur Auffassung gelangt, die Einwirkungsrechte, die sich ein Stifter in den Bestimmungen der Stiftungsurkunde ausbedungen und dort für übertragbar und vererbbar erklärt hatte, könnten gleich wie anstaltliche Gründerrechte an Dritte übertragen und vererbt werden. Der Verfasser dieser Zeilen, dem zwischenzeitlich das Forschungsprojekt anvertraut worden war, beanstandete dieses Urteil in einer ersten Analyse im Rah- men einer Entscheidungsbesprechung.33Damit war im liechtensteini- schen Stiftungsrecht ein weiteres Mal aus dem Schrifttum ein Diskurs mit der Rechtsprechung eröffnet worden. Im Zuge der Bearbeitung des stiftungsrechtlichen Forschungsauf- trags zeigte sich bald, dass die Grundlagen des liechtensteinischen Stif- tungsrechts noch viel zu wenig erforscht waren und es ohne vorherige Grundlagenforschung nicht vertretbar erschien, die mit den Stifterrech- ten in Zusammenhang stehenden Fragestellungen methodisch fundiert zu beantworten. Das Forschungsprojekt wurde deshalb auf das gesamte Stiftungsrecht ausgeweitet und erhob die Grundlagenforschung zur pri- mären Zielsetzung. Ein erstes Manuskript des Forschungsauftrags konnte aufgrund des damit verbundenen beträchtlichen Mehraufwands erst im Frühjahr 2003 fertig gestellt werden. Literarische Vorboten des Forschungsprojekts waren ein Länderbericht zum liechtensteinischen Stiftungsrecht in der Schriftenreihe der Bucerius Law School,34die Re- zension eines oberstgerichtlichen Urteils zum Auskunftsanspruch eines 85 
Liechtensteinisches Stiftungsrecht 30 StGH 30. 8. 1996, S. 19 (StGH 1996/8). 31OGH 6. 7. 2000, LES 2000, 154; mit Rezension Bösch, Judikaturwende im liech- tensteinischen Treuhandrecht – Eine Nachlese und ein Ausblick LJZ 2000, 55 ff. 32OGH  1. 7. 1996, Jus & News 1997, 288 ff; LES 1998, 97 ff. 33Bösch, «Stifterrechte» wie Gründerrechte bei der Anstalt übertrag- und vererbbar?, Jus & News 1997, 265 ff. 34Bösch, Stiftungsrecht im Fürstentum Liechtenstein, Heft 3 des Instituts für Stif- tungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen der Bucerius Law School Hamburg (2003).
        

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