Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
50
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326999/386/
tät zunehmend wichtiger (OECD 2004). So zeigen auch empirische Stu- dien, dass es zwischen der Ausstattung mit Humankapital und dem re- gionalen Einkommensniveau sowie dem wirtschaftlichen Wachstum ei- nen deutlich positiven Zusammenhang gibt (Dreger et al. 2008). Dabei umfasst das Humankapital gemeinhin die Fähigkeiten und das Wissen der Menschen, das diese im Arbeitsprozess einsetzen können. Das so verstandene Humankapital misst die Qualität des Arbeitsangebots und kann durch Ausbildung, Weiterbildung und Erfahrung erworben wer- den (Bergheim 2005). Im Gegensatz zum Sachkapital handelt es sich beim Humankapital um eine faktorgebundene Kapitalart, die untrenn- bar mit dem einzelnen Menschen verknüpft ist (OECD 
2004). 3.Arbeitsmarkt und Arbeitskräftebedarf in Liechtenstein 3.1Arbeitsmarktentwicklung Der liechtensteinische Arbeitsmarkt unterliegt in den letzten Jahrzehn- ten einer beispiellosen Dynamik. Zählte das Land im Jahr 1950 noch gut 6300 Beschäftigte, ist es heute mehr als das Fünffache. Das Gros des Beschäftigungsanstiegs lässt sich auf die Zupendler zurückführen, die ihren Anteil an den Beschäftigten von 11 Prozent im Jahr 1950 auf aktuell gut 50 Prozent erhöhen konnten. Nur ein ver- schwindend geringer Anteil dieser Grenzgänger, nämlich gerade 2.6 Pro- zent, hat die liechtensteinische Staatsbürgerschaft. Die meisten sind in Besitz einer EWR-Staatsbürgerschaft, vor allem der österreichischen und deutschen, oder haben den Schweizer Pass, wobei die meisten Zu- pendler ihren derzeitigen Wohnsitz in der Schweiz haben; davon rund ein Drittel ohne Schweizer Staatsangehörigkeit (Amt für Statistik 2009a). Der hohe Zupendleranteil Liechtensteins ist selbst für die pendleraktive EURES Bodenseeregion beispiellos (Translake 2010). Demgegenüber ist der Anteil in Liechtenstein wohnhafter Ausländer seit dem Jahr 1970 na- hezu unverändert bei rund einem Drittel stagniert. Es kommt allerdings nicht nur auf die reine Anzahl von Arbeits- kräften an, sondern v.a. auch auf deren Qualifikation. Leider ist hierzu die Datenlage für den liechtensteinischen Arbeitsmarkt dürftig. In Bezug auf die Wohnbevölkerung offenbart sich allerdings ein «Dreischichtmo- dell», indem die Ausländer der Staatengruppe «West», die vor allem die 386Silvia Simon
        

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