Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
50
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326999/376/
durch jährlich ansteigende Fusionen und Neugründungen vermehren, prägen den beschleunigten Übergang zu einer globalisierten Wirt- schaftswelt. Begleitet wurde dieser Strukturwandel von einem Wandel der in den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts vor- herrschenden Wirtschaftsideologie mit ihren wohlfahrtsstaatlichen Prio- ritäten («Soziale Marktwirtschaft») zu einer neoliberalen marktradikalen Präferenz für Liberalisierung, Deregulierung, Privatisierung und einen «kleinen», möglichst nicht-intervenierenden Staat.6Es ist offensichtlich, dass dieser ideologische Wandel vor allem den Interessen und der Logik dieser neuen internationalen Produktions- und Finanzkonzerne ent- sprach, die sich – in Gegensatz zu früheren Wünschen und Bindungen an den «eigenen» Staat – durch staatliche Eingriffe in ihren transnatio- nalen Dispositionen behindert fühlen. Es besteht kein Zweifel, dass diese Internationalisierung der Pro- duktion und des Finanzwesens in mannigfacher Weise Produktivitäts- steigerungen ermöglicht hat und somit zu einem höheren Wirtschafts- und Wohlfahrtswachstum beitragen kann. In gewisser Beziehung ist sie ja nur eine Erweiterung des seit Adam Smith bekannten und von Frei- handelstheoretikern immer betonten Vorteils einer internationalen Ar- beitsteilung, die es jedem Land ermöglicht, sich verstärkt auf seine eige- nen Produktionsvorteile zu konzentrieren. Ohne hier weiter darauf ein- zugehen, sei aber doch angemerkt, dass das klassische Argument für den Freihandel für den heutigen Liberalisierungsprozess nur beschränkt aus- sagefähig ist. Das klassische Argument besagte, dass verschiedene Län- der aus natürlichen oder traditionellen Gründen verschiedene Waren und Dienstleistungen nur in unterschiedlichen Produktivitätsrelationen erzeugen können. Indem jedes Land sich auf seine relativen Vorteile konzentriert und durch Aussenhandel die anderen Waren kostengünsti- ger erwirbt, haben alle teilnehmenden Länder einen Vorteil. Unter heu- tigen Bedingungen liegen die Dinge zum Teil anders. Produktions- und Wettbewerbsvorteile sind vielfach nicht von Natur aus oder durch Tra- dition gegeben, sondern entstehen durch Kostensenkungen, die sich durch Massenproduktion oder durch geeignete Netzwerke von Produk- tionsschwerpunkten ergeben. Die Basis für günstige Produktionsbedin- 376Kurt 
Rothschild 6Dieser Wandel wurde mit den Regierungsantritten von Margaret Thatcher und Ro- nald Reagan um 1980 dramatisch sichtbar.
        

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