Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
50
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326999/361/
treute Untersuchung wies bei ihrer Vergabe zwar nicht dieselbe Brisanz auf wie diejenige über die Zwischenkriegszeit und über den Zweiten Weltkrieg. Sie ist zeitlich distanzierter und inhaltlich weniger «anstös- sig». Trotzdem kam die Untersuchung dieses Zeitabschnittes einem seit längerem bestehenden Desiderat nach, fehlte doch bisher auch für diese Epoche eine umfassende Untersuchung. Die Bedeutung dieser Jahre liegt auf zwei Ebenen: Zum einen tat Liechtenstein – verursacht durch den Ersten Weltkrieg – den Schritt hin zu neuen Wegen, wie etwa einer Neuorientierung in der Aussenpolitik oder einer verstärkten Forderung nach mehr politischer Mitsprache des (männlichen) Volkes. Dies geschah einerseits zögerlich und verunsichert, und manchmal betrat Liechten- stein auch Holzwege und verlief sich in Sackgassen. Zum anderen fielen tatkräftige und mutige Entscheidungen sowohl auf innen- wie auch auf aussenpolitischer Ebene. Die Auseinandersetzungen der verschiedenen Vertreter um den richtigen Weg waren teilweise heftig und hinterfragten auch die staatlichen Institutionen. Dies führte schliesslich innenpolitisch zu einem Demokratisierungsschub und aussenpolitisch zu einer Neu- ausrichtung. Als bilanzierender Rückblick kann festgehalten werden, dass das Liechtenstein-Institut mit der Vergabe dieser Forschungsprojekte einen wesentlichen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte Liechtensteins in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geleistet hat. Es wagte sich an neue Forschungsgebiete und ermöglichte dadurch den Zugang zur sach- lichen Auseinandersetzung mit schwierigen, teilweise verdrängten Pha- sen seiner Geschichte. Und verdrängte Geschichte ist verhängte Ge- schichte, welche verhängnisvoll unter der Decke lauert und die Ent- wicklung einer mündigen und verantworteten Identität blockiert. So ge- sehen hat das Liechtenstein-Institut mit diesen Forschungsaufträgen auch einen wesentlichen Beitrag zum bewussten Umgang mit dem liech- tensteinischen Selbstverständnis geleistet. Allerdings hatte sich auch ein Problem dieser Art von Untersu- chungen gezeigt: die umfassende und vielschichtige Thematik. Liechten- stein ist zwar ein kleines Staatsgebilde, erfüllt aber doch alle Kriterien ei- nes solchen. Das heisst, eine breite Untersuchung seiner Geschichte hat sich mit vielschichtigen Bereichen eines Staates – wie zum Beispiel der innen- und aussenpolitischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, men- talgeschichtlichen Ebene – zu befassen. Dies hat zur Folge, dass bei der Aufarbeitung einer so breit dargestellten Untersuchung eine enorme 361 
Was ist anders, als es vorher war?
        

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