Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
50
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326999/337/
d.h. der Wandel «vom hierarchischen zum interaktiven Staat» ist eine Reaktion des Staates auf diese Entwicklungen. Moderne Forschungs- und Innovationspolitik muss dies berücksichtigen.10 Aufgrund der engen Einbindung Liechtensteins in die europäische Wirtschaft und Politik (über den Europäischen Wirtschaftsraum) kann Liechtensteins Positionierung und Zukunftsorientierung nicht unabhän- gig von europäischen Entwicklungen betrachtet werden. Europas Initia- tiven, auf die neuen wirtschaftlichen, politischen und demographischen Herausforderungen zu antworten, ist seit dem Jahr 2000 eng mit der Lis- sabonner Strategie der Europäischen Union (EU) verbunden. Im März 2000 hat der Europäische Rat der Staats- und Regierungschefs in Lissa- bon vereinbart, bis 2010 die EU zur wettbewerbsfähigsten, wissensba- sierten Region der Welt zu machen.11Technologie, Innovation und For- schung sollten dabei eine zentrale Rolle spielen. Teil der Strategie war es, einen Europäischen Forschungsraum zu schaffen, in welchem Wissen, Technologien und Forschende ohne Hindernisse frei zirkulieren kön- nen.12Zudem hat der Europäische Rat von Barcelona im März 2002 be- schlossen, dass die Mitgliedstaaten bis 2010 mindestens drei Prozent ih- res Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Forschung und Entwicklung inves- tieren sollen, von denen zwei Drittel durch die Industrie bereitgestellt würden.13Im Jahr 2005 wurde diese Strategie überprüft. Im März 2005 haben die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten die Lis- sabonner Ziele bestätigt und zusammen mit der Europäischen Kommis- sion und dem Europäischen Parlament eine Neuauflage der Strategie be- fürwortet. Im Kern beinhaltete die «neue» Lissabonner Strategie die Bei- behaltung des 3 %-Ziels von Barcelona. Nach Ablauf der 10 Jahre hat sich die EU nun dazu entschieden, die Lissabonner Strategie abzulösen: «EUROPA 2020» soll nun die EU in eine intelligente, nachhaltige und integrative Wirtschaft verwandeln.14Im Bereich Forschung und Ent- 337 
Liechtenstein im Europäischen Forschungsraum 10Siehe Grande/Häusler, Industrieforschung und Forschungspolitik, Grande, Multi- Level Governance; Simonis, Ausdifferenzierung der Technologiepolitik. 11Siehe Schlussfolgerungen der Präsidentschaft, Europäischer Rat von Lissabon, 23./24. März 2000, Pressemitteilung 100/1/00. 12Siehe Europäische Kommission, Hin zu einem Europäischen Forschungsraum. 13Siehe Europäische Kommission, Der Europäische Forschungsraum: Ein neuer Schwung. 14Europäische Kommission, EUROPA 2020; Schlussfolgerungen des Europäischen Rates vom 17. Juni 2010, Dok. EUCO 13/10.
        

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