Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
50
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326999/323/
und Veränderungsprozesse wirken, die letzten Endes zu einer Stärkung der Demokratie führten.36 Die Herausforderungen der Demokratie werden sowohl durch in- terne als auch externe Faktoren verursacht. Erstere werden durch die sich ändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie der zuneh- menden Pluralisierung und Heterogenisierung sowie der Zunahme der Komplexität der von der Politik zu lösenden Probleme verursacht. Sie äussern sich durch Symptome wie der zunehmenden Politikverdrossen- heit sowie den sich verstärkenden Reformblockaden.37Dies führt dazu, dass die Zunkunftsfähigkeit der etablierten Demokratien zuweilen recht kritisch beurteilt wird.38Die letzteren, die externen Herausforderungen, lassen sich unter dem Stichwort der Globalisierung und der Entstehung von nicht-demokratischen Alternativen39zusammenfassen. Globalisierung lässt sich – in einer ersten Annäherung – als konti- nuierlicher Vernetzungsprozess von verschiedenen, weltweit stattfin- denden Ereignissen in den Bereichen Wirtschaft, Technik, Politik und Umwelt begreifen, wobei sich diese Bereiche in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis stehen.40In diesem Zusammenhang gilt es auch die Tatsache zu beachten, dass immer zahlreichere Problemlagen wie die durch die Menschen induzierte Klimaveränderung, die gegenwärtige Fi- nanzkrise etc., die Menschheit als Ganzes betreffen und nur durch inter- nationale Kooperation auf globaler Ebene gelöst werden können. Gleichzeitig lässt sich auch beobachten, dass durch den technologischen Fortschritt sich auch der Zeitdruck der Probleme erhöht hat. Diese Ent- wicklungen führen letztlich dazu, dass alle Staaten der Erde stärker mit- einander verflochten sind und immer aussenabhängiger werden. Dabei wird die Handlungsautonomie der einzelnen Staaten sowohl durch das Agieren transnational tätiger Unternehmungen als auch durch das inter- nationale System selbst oder genauer durch das Verhalten anderer Staa- ten, Staatengruppen und Internationaler Organisationen beeinflusst. 323 
Potentiale der Monarchie zu Beginn des 21. Jahrhunderts 36Merkel (2010), S. 2. 37Ritzi/Schaal (2010), S. 9. 38Schmidt (2004), S. 345. 39Das Entstehen von nicht-demokratischen Alternativen wird nur der Vollständigkeit halber erwähnt und wird nicht weiter diskutiert, konzentriert sich doch diese Arbeit auf die Potentiale der demokratischen Staaten. Die Untersuchung des Systemwett- bewerbs würde eine eigene Arbeit erfordern. 40Vgl. Stehr (2009), 53.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.