Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
50
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326999/274/
auch die Wahlabstinenten befragt. Die durchschnittliche Interviewdauer beträgt rund zwanzig Minuten. Bei den bisherigen Umfragen wurde ent- weder ein Random-Random oder ein Random-Quota-Auswahlverfah- ren angewendet.20Die Datensätze liegen im SPSS-Format vor und kön- nen mittels dieser Statistik-Software ausgewertet werden. Im Rahmen eines Beitrags für eine Jubiläumsschrift kann nicht auf alle Befunde der bisherigen Wahlforschung eingegangen werden. Die Darstellung, die den Zeitraum des Liechtenstein-Instituts abdecken soll und damit im Jahr 1986 mit den ersten Wahlen nach der Einführung des Frauenstimmrechts beginnt, muss sich auf einige wenige Fakten und Entwicklungen beschränken. Dabei können neben Aggregatdaten – also Daten aus den amtlichen Wahlstatistiken – ab 1997 auch Umfragedaten herangezogen 
werden. Wahlergebnisse Die beiden Grossparteien VU und FBP liefern sich bis in die Gegenwart ein relativ enges Kopf-an-Kopf-Rennen bei Landtagswahlen. In der be- obachteten Periode seit 1986 betrug die Stimmendifferenz zwischen der VU und der FBP maximal 10,5 Prozent (2005), minimal nur 1,2 Prozent (Frühjahr 1993). Die meiste Zeit wurde das seit 1938 gepflegte System ei- ner gemeinsamen Regierungskoalition fortgeführt. Die jeweils mandats- stärkere der beiden Parteien beansprucht dabei die Führung und die Mehrheit in der Regierung. Bis 1970 fiel diese Rolle der FBP zu, danach kam es zu mehreren Wechseln. 1986 dauerte die seit 1978 bestehende VU-Mehrheit mit Regie- rungschef Hans Brunhart noch an und endete erst im Frühjahr 1993. Der Sieg der FBP bei diesen Wahlen mit dem neuen Regierungschef Markus Büchel leitete allerdings keinen langfristigen Umschwung ein, da nach der Entlassung von Regierungschef Büchel und den vorgezogenen Neu- 274Wilfried 
Marxer 20Beim Random-Random-Verfahren wird eine Zufallsstichprobe der Haushalte ge- mäss Telefonbuch getroffen, anschliessend eine Zufallsauswahl im betreffenden Haushalt. Beim Random-Quote-Verfahren werden gemäss der Zufallsstichprobe der Haushalte Interviews durchgeführt, bis die vorher definierte Quote (Geschlech- terverteilung, Altersverteilung, regionale Verteilung) voll ist. Danach werden nur noch Interviews mit Personen durchgeführt, die zu den noch nicht besetzten Quo- ten passen.
        

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