Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
50
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326999/269/
dung des Liechtenstein-Instituts 1986 trat mit der Freien Liste (FL) zum wiederholten Mal eine neue Partei neben den beiden traditionell domi- nanten Volksparteien Vaterländische Union (VU) und Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP) zu den Landtagswahlen an. Aber wie bei allen frü- heren Versuchen konnte auch sie in den ersten Anläufen keine Mandate erobern. Die traditionellen Parteibindungen prägten das Wahlverhalten weiterhin massgeblich. Die Gründung der FL fiel allerdings in eine Zeit starker Modernisierung, kognitiver Mobilisierung und kultureller Öff- nung und damit einhergehend auch einer Lockerung der Parteiidentifi- kationen. Dies wiederum machte die Volatilität im Wahlverhalten wahr- scheinlicher. Aus wissenschaftlicher Perspektive wurde es daher zuneh- mend lohnend, die Wahlmotive und das Wahlverhalten des Elektorates zu analysieren. Eine empirisch fundierte, politikwissenschaftliche Auseinanderset- zung mit den Landtagswahlen in Liechtenstein begann erst mit den Wahlen von 1997 unter der Leitung des Autors dieses Beitrages. Das Liechtenstein-Institut zeigte sich von Anfang an interessiert an dieser Forschung und wurde mit den Jahren zur Trägerinstitution für die liech- tensteinische Wahlforschung. Die neu initiierte, empirisch ausgerichtete liechtensteinische Wahlforschung orientierte sich von Beginn an an den international etablierten politikwissenschaftlichen Standards. Insbeson- dere sollte mittels Nachwahlbefragung eine Datenbasis für Wahlanaly- sen gelegt werden. Bei den folgenden Landtagswahlen von 2001, 2005 und 2009 wurde methodisch vergleichbar vorgegangen wie bei den Wah- len 1997, sodass inzwischen eine Datenreihe vorliegt, die zu Längs- schnittanalysen einlädt. Dem bescheidenen personellen Ausbaustand der Politikwissen- schaft in Liechtenstein entsprechend, konnten jedoch die einzelnen Landtagswahlen nicht immer mit der gleichen Intensität analysiert wer- den. Nach einer ersten grundlegenden und umfangreichen Arbeit zu den Wahlen 199710wurden bei den Folgewahlen jeweils nur noch Über- blicksdarstellungen erarbeitet oder vertiefende Analysen zu singulären Aspekten vorgenommen.11Die Daten stehen dennoch für Sekundäraus- wertungen zur Verfügung und können von Forschenden – auch ausser- 269 
Wahlverhalten und Wahlforschung in Liechtenstein seit 1986 10Marxer 2000. 11Vgl. etwa Marxer 2005a, 2005b, 2009a.
        

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