Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
50
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326999/200/
und die dafür eingesetzten, relativ geringen Ressourcen».102Dabei be- dient sich Liechtenstein verschiedener Instrumente mit dem Ziel, res- sourcenintensive Leistungen und Verpflichtungen auszulagern, wie etwa das Abkommen betreffend die automatische Anerkennung von in Österreich zugelassenen bzw. registrierten Human- und Tierarzneimit- teln in Liechtenstein.103Im Falle eines EU-Beitritts Liechtensteins und der Schweiz wäre eine solche regionale Kooperation auch im Agrarbe- reich denkbar, dessen Verwaltung äusserst ressourcenintensiv ist, ohne für Liechtenstein von besonderer politischer Bedeutung zu sein. Auch die Währungs- und Zollpolitik sind stark durch einen automatischen Politiktransfer seitens der Schweiz bestimmt, weshalb durch eine EU- Vergemeinschaftung an sich kein weiterer Souveränitätsverlust entstehen würde. Analog zur Schweiz ist jedoch davon auszugehen, dass aus öko- nomischer Sicht kurz- und mittelfristig die negativen Effekte (Verlust des Zinsbonus, Nettobeitrag, erhöhte Mehrwertsteuer) gegenüber den positiven Effekten überwiegen, letztere aber längerfristig zum Tragen kommen würden.104 Die europapolitischen Präferenzen Liechtensteins im Hinblick auf künftige Integrationsschritte bedürfen einer eingehenden Analyse und Diskussion. Im Vergleich zu den anderen EFTA-Staaten tut sich die liechtensteinische Regierung jedoch schwer, durch das Aufzeigen von Integrationsoptionen eine Auslegeordnung für die öffentliche Debatte zu schaffen. Liechtenstein wird sich früher oder später wieder einer wichtigen integrationspolitischen Entscheidung stellen müssen. Der Meinungsbildungsprozess in Bezug auf die eigenen Präferenzen sollte deshalb möglichst früh einsetzen, nicht zuletzt da mit einer Volksab- stimmung gerechnet werden muss. 200Sieglinde 
Gstöhl und Christian Frommelt 102Liechtenstein, Bericht und Antrag der Regierung an den Landtag des Fürstentums Liechtenstein betreffend 15 Jahre Mitgliedschaft des Fürstentums Liechtenstein im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), op.cit., S. 74. 103Liechtenstein, Bericht und Antrag der Regierung an den Landtag des Fürstentums Liechtenstein zum Abkommen zwischen der österreichischen Bundesregierung und der Regierung des Fürstentums Liechtenstein betreffend die automatische Aner- kennung von in Österreich zugelassenen bzw. registrierten Human- und Tierarz- neimitteln in Liechtenstein, Nr. 54, Vaduz, 18. 5. 2010. 104Schweiz, Europabericht 2006, op.cit., S. 6951.
        

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