Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
50
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326999/174/
und multilaterale Integrationspolitik und hat sich an der Nahtstelle zweier wichtiger Wirtschafts- und Rechtsräume positioniert. 2.1Liechtensteins indirekte Teilnahme am europäischen Integrationsprozess Nachdem 1958 die Verhandlungen zu einer gesamteuropäischen Frei- handelszone im Rahmen der Organisation für Europäische Wirtschaft - liche Zusammenarbeit (OEEC) gescheitert waren, gründeten Dänemark, Grossbritannien, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden und die Schweiz 1960 die Europäische Freihandelsassoziation. Das Fürstentum Liechtenstein war als selbständiges Mitglied (selbst ohne Stimmrecht) nicht erwünscht, aber in einem Protokoll wurde festgehalten, dass die EFTA-Konvention solange auf Liechtenstein Anwendung finden sollte, als die Zollunion mit der Schweiz bestünde.9Die liechtensteinischen In- teressen sollten dabei durch die Schweiz vertreten werden. Eine ähnliche Regelung wurde 1972 für die damals geschlossenen bilateralen Freihandelsabkommen der Schweiz mit den Europäischen Gemeinschaften getroffen. Immerhin durfte im Gemischten Ausschuss EG-Schweiz ein liechtensteinischer Vertreter im Rahmen der schweize- rischen Delegation teilnehmen.10Für die wenigen nicht vom Zollan- schlussvertrag abgedeckten Bereiche dieser Freihandelsabkommen er- teilte Liechtenstein der Schweiz besondere Vertretungsvollmachten. Der so genannte Luxemburg-Prozess fügte ab 1984 auf gesamteuropäischer, multilateraler Ebene etwa dreissig neue Kooperationsbereiche, wie tech- nische Handelshemmnisse, Ursprungsregeln, Forschung und Entwick- lung, Umweltschutz oder Bildung, hinzu.11Da viele dieser Bereiche nicht vom bestehenden liechtensteinisch-schweizerischen Vertragsver- hältnis erfasst waren, wurde Liechtenstein von Anfang an zu den zwei- mal jährlich stattfindenden Treffen der «High-Level Contact Group», 174Sieglinde 
Gstöhl und Christian Frommelt 9Batliner, «Liechtenstein und die europäische Integration», op.cit., S. 12. 10Liechtenstein, Bericht über das Fürstentum Liechtenstein und die Europäische In- tegration, Nr. 45, Vaduz, 7. 11. 1989, S. 38–42. 11Hurni, Bettina, «EFTA-EC Relations after the Luxembourg Declaration», in: Mött- ölä, Kari und Heikki Patomäki (Hrsg.), Facing the Change in Europe: EFTA Coun- tries’ Integration Strategies, Helsinki: The Finnish Institute of International Affairs, 1989, S. 88–101.
        

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