Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
50
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326999/168/
stalteten südostasiatischen Wohlstandssphäre.56Stahmer nützte schliess- lich seine weitgespannten Beziehungen aus früheren Jahrzehnten und aus der Botschafterzeit in Nanjing und Tokio. Er wurde in den 1950er Jahren für einige Jahre Delegierter in Japan für Bührle / Oerlikon und Contra - ves / Zürich, welche Waffen produzierten und weltweit verkauften. 1958 zog sich Stahmer, nun 66-jährig, nach Vaduz zurück, wo man ihm gerne Aufenthalt gab.57Hier verbrachte er als Privatier mit seiner Frau den Lebensabend. Das Ehepaar hatte übrigens bald nach dem Krieg zum katholischen Glauben konvertiert. Frau Stahmer starb 1977, Stah- mer selber 1978, mit 86 Jahren.58Beide wurden in Vaduz bestattet. Die Angehörigen überführten die sterblichen Hüllen später nach Hamburg ins Familiengrab.59Auf dem Friedhof in Vaduz steht heute noch der Grabstein mit der eingemeisselten Inschrift: «Helga Gräfin von Stahmer-Silum 6. II. 1896 – 16. XII. 1977 Heinrich Graf von Stahmer-Silum3. V. 1892 – 13. VI. 
1978» Schwierige Bewertung Die Beurteilung Heinrich Georg Stahmers in der komplexen, weitge- spannten Zeitgeschichte ist nicht einfach. Sie fällt ambivalent aus. Er war ein früher Nationalsozialist, treuer Diener Ribbentrops und des Hitler- regimes, eng mit dem Regime, dessen Grossraumpolitik und damit auch mit der Kriegsverantwortung verhängt. Zugleich war er selber gefangen in den Klauen der Macht. Die Familie war gefährdet wegen der nicht «rein arischen» Frau und der jüdischen Schwiegermutter. Für Liechtenstein war die Verbindung zu Stahmer, der beim aus- senpolitischen Machtzentrum des Dritten Reiches stand, in der Zeit günstig, 1939 gar existentiell. Zumindest hier hat er mit dem Einstehen für das kleine Land ein historisches Verdienst erworben, vielleicht sogar den Ehrentitel «Graf von Silum» verdient – welcher, da nicht erblich ver- liehen, mit seines Trägers Ableben ebenfalls vergangen ist. 168Peter 
Geiger 56Heinrich Georg Stahmer, Japans Niederlage – Asiens Sieg, Aufstieg eines Grösseren Ostasien, Bielefeld 1952. 57Fremdenpolizeiakten (Stahmer), Liechtensteinisches Landesarchiv. 58Liechtensteiner Volksblatt, 20. Nov. 1977 und 14. Juni 1978 (Todesanzeigen). 59Schreiben von Heinz-Dieter Stahmer, Koblenz, an den Autor, 2. Jan. 2001.
        

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