Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
50
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326999/153/
nach Vaduz oder doch ins Reich. Hierbei gewann Hoop Stahmer, sich im Auswärtigen Amt für die liechtensteinischen Transferprobleme einzu- setzen. Sie konnten zufriedenstellend gelöst werden. Hinzu kam für Stahmer eine zweite, dem Fürstenhaus nützliche Aufgabe. Der juristi- sche Berater des Fürsten in Berlin, Rechtsanwalt Dr. Albrecht Dieck- hoff, riet, die neue Situation zu nützen und die Rückgabe einzelner Gü- ter, welche im Zuge der tschechoslowakischen Bodenreform enteignet oder zwangsveräussert worden waren und nun auf Reichsboden lagen, anzustreben. Auch dieses liechtensteinische Anliegen zu fördern zeigte sich Stahmer bereit.14Für die Regierung in Vaduz und für den jungen Fürsten Franz Josef II. versprach man sich viel vom Einfluss des aussen- politischen Fürsprechers in Berlin, der so nahe bei Ribbentrop und der Machtelite platziert war. Es galt, ihn für Liechtenstein warm zu halten. Was konnte man ihm 
bieten? Briefmarken und fürstlicher Orden 1938 Natürlich erhielt Stahmer das obligate Album mit den schönen liechten- steinischen Briefmarken.15Vor allem aber verlieh der Fürst ihm gleich im November 1938 das Komturkreuz mit Stern, einen der höchsten liech- tensteinischen Orden. Solche wurden bevorzugt an einflussreiche deut- sche Persönlichkeiten vergeben, um deren Eitelkeit zu schmeicheln und Wohlwollen für Liechtenstein zu fördern. Stahmer fühlte sich denn durch die fürstliche Auszeichnung sehr geehrt, er schrieb dem Regie- rungschef, dass er den hohen Orden als «Sinnbild ... für eine weitere harmonische und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Ihnen und uns» ansehe, zumal ihn «die Geschichte und Entwicklung Ihres Fürstentums aus seiner alten Vergangenheit her stets besonders interessiert» habe.16 Stahmer förderte den einige Monate später stattfindenden Antritts- besuch des Fürsten bei Hitler und der Reichsregierung vom 2./3. März 153 
Der Graf von Silum 14Peter Geiger, Krisenzeit, Liechtenstein in den Dreissigerjahren 1928–1939, Vaduz Zürich 2000 (1. Aufl. 1997), S. 242–248. 15Stahmer an Regierungschef Hoop, Berlin, 31. Okt. 1938, Liechtensteinisches Lan- desarchiv RF 190/344. 16Briefwechsel Heinz Stahmer mit Regierungschef Hoop, Dezember 1938, Privat - archiv Heinz-Dieter Stahmer, Koblenz.
        

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