Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
50
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326999/150/
Offizier im Ersten Weltkrieg, Industrieller Heinrich (Heinz) Georg Stahmer wurde 1892 in Hamburg in einer Kaufmannsfamilie geboren. Ihr Wappen – ein Bär mit Baumstamm – fin- det sich am Hamburger Rathaus. Nach dem Realgymnasium trat der junge Stahmer 1911 eine Militärlaufbahn an, als «Fahnenjunker» (Offi- ziersanwärter) bei den Husaren. Er machte den Ersten Weltkrieg mit, als Leutnant, Flugzeugbeobachter, Pilot. Am Schluss war er Oberleutnant, er erhielt das Eiserne Kreuz I und II sowie ein Verwundetenabzeichen. Im Krieg lernte er möglicherweise bereits den um ein Jahr jüngeren Oberleutnant Joachim Ribbentrop kennen. 1919/20 reiste er in Latein- amerika. Danach trat er in die von seinem Schwiegervater Richter gelei- tete Dynamit AG in Hamburg ein. In den 1920er Jahren stieg er zum Vorstandsmitglied der Akkumulatoren-Fabrik AG in Berlin auf.3Mitte Januar 1933 – Hitler war noch nicht an der Macht – zeichnete die Preus- sische Universität Greifswald Stahmer als «an hoher Stelle stehenden, weitblickenden und erfahrenen Führer im Wirtschaftsleben» aus und er- nannte ihn zum 
«Ehrensenator».4 «Dienststelle Ribbentrop» 1935 holte der ehrgeizige, eitle Ribbentrop den weltläufigen Stahmer als Berater in seine «Dienststelle des Beauftragten der NSDAP für aussen- politische Fragen im Stabe des Stellvertreters des Führers». Mit dieser Parteistelle, kurz «Dienststelle Ribbentrop» genannt, konkurrenzierte Ribbentrop das Auswärtige Amt. Ribbentrop suchte und gewann Ein- fluss auf Hitlers Aussenpolitik, wurde 1937 selber Reichsaussenminister 150Peter 
Geiger 3Lexikon-Artikel (ca. 1930), Berlin Document Center / Bundesarchiv, Kopie, Privat- archiv Heinz-Dieter Stahmer, Koblenz. – Der Sohn von Heinrich Georg Stahmer, Heinz-Dieter Stahmer in Koblenz, hat dem Autor 1995 und 1998 eine grössere An- zahl von Kopien aus dem Nachlass des Vaters, aus den National Archives, Wa- shington, aus dem deutschen Bundesarchiv sowie eine Dokumentation überlassen. Der Quellenstandort ist nachfolgend jeweils mit Privatarchiv Heinz-Dieter Stah- mer, Koblenz, vermerkt. (Der Autor dankt Heinz-Dieter und Barbara Stahmer da- für, ebenso für ihre weiteren schriftlichen und mündlichen Mitteilungen.) 4Ehrensenator-Ernennungsurkunde der Preussischen Universität Greifswald vom 17. Jan. 1933, Kopie, Privatarchiv Heinz-Dieter Stahmer, Koblenz.
        

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