Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
50
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326999/112/
gilt die Stabilitäten der Macht und das Beharrungsvermögen von Struk- turen zu berücksichtigen. Das macht es schwierig, Entscheidungspro- zesse vom Verordnen zum Verhandeln zu verändern. Dieses neue Den- ken bedarf der sozialen Komponente. Die Moderation solcher Prozesse ist eine spannende Herausforderung. 4.Innovation durch neue Mittel und Methoden mit Lenkungs - massnahmen und marktwirtschaftlichen Instrumenten Die klassischen Instrumente der Raumplanung – unter anderem mit der Trennung von Bau- und Nichtbaugebieten – werden weiterhin nötig sein. Gesucht sind aber innovative Ergänzungen hierzu, vor allem inner- halb der Bauzonen. Hierzu gehören Lenkungsmassnahmen, zum Bei- spiel mit einer adaptierten Bodensteuer und marktwirtschaftlichen In- strumenten wie Flächennutzungszertifikate. Die «Property Tax» ist in den USA die wichtigste kommunale Steuereinnahme. Wer Bauland besitzt, muss eine Steuer zahlen und die Bezugsgrösse ist der Wert des Bodens. Auf der Grundlage einer jähr - lichen Taxierung wird der Verkehrswert eingestuft und die Steuer - rechnung verschickt. Ähnliches geschieht in Italien. Es ergibt durch - aus Sinn, neben Arbeit, Kapital und Energie auch die Nutzung des knap- pen und zudem immobilen Bodens zu besteuern. Eine solche Regelung gibt Lenkungsimpulse. Diese muss dazu führen, bestehendes Bauland besser auszunutzen. Dadurch könnten andere Steuern zurückgefahren werden. «Windfall Profits», also Gewinne, die ohne ökonomische Akti- vität durch Zufall entstehen, wie etwa durch Einzonung, würden dann über den höheren Bodenpreis auch höhere Bodensteuerrechnungen er- geben. In Liechtenstein liegen grosse Flächen in den Bauzonen brach und werden auch immer noch nach landwirtschaftlicher Ertragslage ta- xiert.Ebenso in Diskussion steht in Mitteleuropa die Einführung han- delbarerer Flächennutzungszertifikate. Wer Bauland nutzen möchte, der muss im Besitz entsprechender Zertifikate sein. Wer auf die bauliche Nutzung verzichtet, könnte diese verkaufen. Die Gesellschaft könnte dabei Mengenziele festlegen, der Preis hierfür wird dem freien Markt überlassen. Eine Zertifizierung könnte auch unter Wahrung der Besitz- stände eingeführt werden. 112Mario 
F. Broggi
        

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