Volltext: Jahrbuch (2017) (116)

eigennützigkeit geleisteten, unschützbaren Dienste auf dem 
Gebiete der Rheinkorrektion sichern Ihnen ein dauerndes 
Andenken.»?*? 
An den Hauptmann und Landestechniker Peter Rhein- 
berger erinnern auch mehrere Flurnamen, die auf ihn 
verweisen: Die Hauptmanns Bünt bezeichnet eine Flur im 
Vaduzer Stadtli, nórdlich der Post und óstlich an die Auli- 
strasse angrenzend."? Die Hauptmanns Maree verweist 
auf einen Wieshang im Gebiet Maree in Vaduz, oberhalb 
des Roten Hauses und nórdlich der Felixa Maree.* Der 
Hauptmanns Torkel schliesslich benennt das historische 
Torkelgebáude im Roten Haus, unmittelbar südlich des 
zu Beginn des 20. Jahrhunderts angebauten Turms.?* 
Johanna Rheinberger (1832-1917) wirkte von 1851 bis zu ihrem Tod 
als Schwester Maxentia im Kloster von Zams (Tirol). Foto aus der Zeit 
um 1908 von Josef Sonnweber, Imst. 
  
zn 
174 
Johanna Rheinberger (1832-1917): 
Als Schwester Maxentia im Kloster in Zams 
Elternhaus und Kindheit 
Johanna Rheinberger wurde am 24. August 1832 in 
Vaduz geboren, als Tochter von Elisabeth Carigiet und 
Rentmeister Peter Rheinberger.? 6 Zusammen mit sechs 
Geschwistern, darunter waren zwei Halbgeschwister, 
wuchs Johann Rheinberger in ihrem Elternhaus, dem 
heutigen Hauptsitz der Musikschule, auf." Wohl zu- 
sammen mit dem gleichaltrigen Maler Moriz Menzinger 
drückte sie in Vaduz die Schulbank.?* Ihrem Onkel Ja- 
kob Anton Cargiet, damals Pfarrer in Schaan, war eine 
Fórderung seiner Nichten im musischen Bereich offen- 
bar wichtig. Dabei handelte es sich um die damals übli- 
che Förderung für «höhere Töchter», bei der es nicht um 
berufliche Ausbildung, sondern um Beschäftigung ging. 
Der Schaaner Lehrer Sebastian Pöhly hielt dazu fest: 
«Dieser [Pfarrer Carigiet] ersuchte mich, ich möchte den 
zwei grösseren Schwestern des Pepi [der spätere Komponist 
Josef Gabriel Rheinberger] doch ein wenig singen und Gi- 
tarre spielen lernen, mit dem Bemerken, ich brauche sie 
nicht eben musikalisch zu unterrichten, sondern ihnen nur 
soviel beibringen, dass sie allenfalls in müssigen Stunden 
eine kleine Aufheiterung fánden.» ?? 
Bald aber wurde sie von ihrem jüngeren Bruder Josef 
Gabriel verdrángt. Johanna Rheinberger muss damals 
circa zwólfjáhrig gewesen sein.?!? 
Eintritt ins Kloster 
19-jáhrig trat Johanna im Jahre 1851 in das Mutter- 
haus der Barmherzigen Schwestern in Zams im Tirol ein. 
Von ihren Eltern wurde dieser Schritt offensichtlich nicht 
sehr begrüsst, wie einem späteren Brief ihres Bruders Jo- 
sef Gabriel Rheinberger zu entnehmen ist: 
«Eben erhielt ich einen der sehr seltenen Briefe von mei- 
ner einzigen noch lebenden Schwester, von der Sie wohl gar 
nichts wissen. Sie ist barmherzige Schwester (eine mit den 
grossen weissen Spitzhauben, die Sie wohl schon gesehen 
haben) in dem Mutterkloster Zams in Tirol. Sie ist sieben 
Jahre älter als ich und hatte es im Jahre 1851 schwer er- 
kämpft, in diesen strengen Orden eintreten zu dürfen, in- 
dem die Eltern lange ihre Einwilligung nicht geben woll- 
ten. Aber mit bewundernswürdiger Energie setzt sie es 
durch — ich erinnere mich noch gut, wie ich einmal zufällig 
Rheinberger Rudolf: Notizen zur Geschichte der Familien Rheinberger in Vaduz
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.