Volltext: Jahrbuch (2017) (116)

Die Aufgabe des Amtsboten bestand zunächst nur darin, 
zweimal in der Woche die amtliche Post in Feldkirch ab- 
zuholen und dort aufzugeben. Mit der Zeit wurden ihm 
aber immer mehr zusätzliche Aufgaben übertragen. 
Andreas Rheinberger besass «Haus und Hof samt der 
Halden».” Dieses Haus lag an der Landstrasse mitten im 
Vaduzer Städtli, wo heute der «Engländerbau» steht. 
Andreas Rheinberger hatte es mit 28 Jahren zu einem 
steuerbaren Vermögen von 500 Gulden gebracht.“ 
Seine erste Frau Christina Willi starb am 24. Januar 
1765, mit ihr hatte er acht Kinder. Danach heiratete 
Andreas Rheinberger noch einmal, und zwar mit Maria 
Anna Nägele. Diese zweite Ehe blieb indes kinderlos.“ 
Das genaue Sterbedatum von Andreas Rheinberger ist 
nicht bekannt. Er wurde aber mindestens 76 Jahre alt, da 
er im Steuerprotokoll von 1778 noch aufgeführt ist.“ 
Ein Bruder des Andreas Rheinberger aus der zweiten 
Ehe seines Vaters mit Barbara Bühler war Johann Rhein- 
berger, geboren am 6. Juli 1729. Dieser wurde der Stamm- 
vater der Linie der Späteren Postmeister-Rheinberger.“ 
David Rheinberger der Ältere (1731-1795): 
Zimmermann, Wuhrmeister und Geschworener 
Der älteste Sohn des Andreas Rheinberger wurde am 
4. September 1731 geboren und auf den Namen David 
getauft, auf einen Namen, der bisher in der Familie nie 
vorgekommen war.” David Rheinberger lernte offenbar 
zuerst den Beruf eines Zimmermanns, denn in den Bau- 
abrechnungen von 1768 für die neue Triesenberger 
Pfarrkirche ist er als Zimmermann angeführt.“ Ebenso 
wurde David Rheinberger 1769 als Vertrauensmann zur 
Abwägung der neuen Triesenberger Glocken nach Feld- 
kirch abgeordnet.“ Bereits im Alter von 19 Jahren hatte 
er seinen Vater Andreas Rheinberger als Amtsboten in 
Vaduz abgelöst.” 
Im Jahre 1762 kaufte David Rheinberger das Haus des 
Anton Falch mit Stall, Baum- und Krautgarten zum Preis 
von 214 Gulden. Leider ist der Platz, an dem dieses Haus 
stand, nicht mehr auszumachen. Im Kaufvertrag findet 
sich keine Lokalisierung.“ 
Zwischen 1764 und 1770 war Davids Bruder Jakob 
Rheinberger (1742-1805) Amtsbote." David war nämlich 
neben seiner Tätigkeit als Amtsbote auch noch Wuhr- 
meister und Geschworener gewesen, was neben seinem 
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein, Jahrbuch Band 116, 2017 
erlernten Beruf als Zimmermann eine zu grosse Belas- 
tung darstellte. Die Amter des Wuhrmeisters und Ge- 
schworenen gab er dann aber 1774 ab, nachdem er 1770 
wieder den Amtsbotendienst übernommen hatte. Laut 
einem Brief des früheren Landvogts Franz Carl von Gril- 
lot aus Wien? an einen unbekannten Adressaten in Va- 
duz? vom 2. Márz 1774 hatte der damalige Landvogt 
21 Siehe auch Karl Heinz Burmeister: Hohenems, Kaspar von. In: 
HLFL. 2 Bde. Vaduz, Zürich, 2013, Bd. 1, S. 374. 
22 Der «Spiegelhof» grenzte an den Pfarrhof bei der Laurentius- 
kirche und an die heutige Landstrasse; siehe Büchel, Schaan 1927; 
Büchel, Protokolle des Hofgerichts 1938, S. 130 sowie Büchel, 
Mauren 1916, S. 20-21. 
23 Hans ist der Begründer der Linie I. Der Stammvater der Linie IT ist 
Mathys. 
24 VLA Reichsherrschaft Blumenegg, Handschrift 159, Urbar von 
1677, Schuldverschreibung aus dem Jahre 1650. 
25  Topographisch-historische Beschreibung des Generalvikariates 
Vorarlberg: Begonnen von Ludwig Rapp, fortgesetzt von Andreas 
Ulmer und bearbeitet von Johannes Schóch. Bd. 7. Dornbirn, 1965. 
26  Büchel, Protokolle des Hofgerichts 1938, S. 130. 
27  PfAS Register der Pfarrei St. Laurentius für Schaan, Planken und 
Vaduz, Sterbefálle 1659-1695, Eintrag von Hans Rheinbergers 
Tod am 11. Januar 1678. 
28  Ebenda, mit Eintrag des Todes von «Maria Wiserin» für den 
27. Dezember 1685. 
29  Vaduzer Familienchronik 2002, Bd. IV, S. 146-147. 
30 Laut einer Kaufsurkunde (LI LA AFRh D 16, Nr. 1) vom Jahre 
1731 wohnte er zu dieser Zeit noch im Altabach, also wohl in dem 
Haus, das sein Vater schon um 1650 besessen hatte. 
31  PfAS Register der Pfarrei St. Laurentius für Schaan, Planken und 
Vaduz, Sterbefálle 1695-1803, mit Eintrag von Johann Rheinber- 
gers Tod am 9. Màrz 1731. Es fehlt hier ein Hinweis auf die Todes- 
ursache. 
32  Vaduzer Familienchronik 2002, Bd. IV, S. 149. 
33 Laut «Ayd-Stetir-Buch» von 1730 (LI LA AFRh B 1). 
34  PfAS Register der Pfarrei St. Laurentius für Schaan, Planken und 
Vaduz, laufen 1695-1803. 
35  PfAS Register der Pfarrei St. Laurentius für Schaan, Planken und 
Vaduz, Eheschliessungen 1695-1803. 
36  Tschugmell, Beamte 1947, S. 58. 
37  GAV Steuerprotokoll von 1778. 
38  Ebenda. 
39  Vaduzer Familienchronik 2002, Bd. IV, S. 150. 
40 | GAV Steuerprotokoll von 1778. 
41  Vaduzer Familienchronik 2002, Bd. IV, S. 151 sowie 156 und 160. 
42  PfAS Register der Pfarrei St. Laurentius für Schaan, Planken und 
Vaduz, laufen 1695-1803. 
43 Bucher, Pfarrei Triesenberg 1968, S. 202. 
44  Ebenda, S. 216. 
45  Tschugmell, Beamte 1947, S. 58. 
46  LILA AFRh C 2, Kaufvertrag vom 2. Juni 1762. 
47  Tschugmell, Beamte 1947, S. 58. 
48 LI LA AFRh C 1, Privatschreiben des Alt-Landvogts von Grillot, 
1774. 
49 Wahrscheinlich Rentmeister Michael Ambrosi. 
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