Volltext: Jahrbuch (2017) (116)

hier lassen sie sich weiter über den Satteinserberg auf Rat- 
hendila (1470) nach Übersaxen verfolgen. 1363 entrichtet 
«Hainz der Fremd auf Übersachsen» von einem Gut da- 
selbst 8 Wertküse, 1403 ein Hainz Gut ebendort 11 Käse 
von einem «Gut unten im Wald» auf Übersachsenberg, das 
einst «der Frómd» hatte, und Agatha die Walserin 6 Küse 
nebst 4 Hühnern. Am 25. Mai 1408 stiftete Magreth Môr- 
lin zu Feldkirch, des Johann Stóckli selig, einst Amanns 
daselbst Witwe, zum Seelenheil ihres Mannes und ihrer 
Eltern einen Jahrtag und gab hiezu 6 Viertel Weizengeld 
sowie 7 Küse «von ihrem Gut zu Rinberg auf Übersachssen, 
das damals Agatha Hainzin, ain Waliserin, Peter ihr sun 
und auch Stefan Walliser» laut Erblehenbrief ^ innehatten. 
Hier findet sich ein erstes Beispiel, dass ein Walser als 
«Fremder» bezeichnet wird. Das «Gut unten im Wald» ist 
eben kein anderes als Reinberg, nach welchem das noch 
heute lebende Geschlecht in Rankweil u.s.v. den Namen 
führt». 
Nach einem Kaufbrief vom 24. September 1426 verkau- 
fen Conrad Atzger und seine Frau Cristina ein Gut «ge- 
nannt uff dem Rinberg, stosst ufwert an Peter Matten, 
inwerts an Steffan ab dem Rinberg ...», dann ein Stück 
Guts «uff Rinberg, stosst ufwerts an Martin ab dem Rin- 
berg, zu zwayen sytten an Peter Matten, uswerts and 
Gmaind ...».7 
Mitglieder der Rheinberger-Sippe finden wir in den 
folgenden 200 Jahren am Reinberg, in Übersaxen und 
bald auch in den Orten im Tal von Koblach bis Feldkirch. 
Sie seien hier, soweit mir bekannt, in chronologischer 
Folge aufgezählt: 
— 1398: Cunrat Rinberger ab Rinberg. 
— 1404: Siegmund Reinberger «als Vertreter der Walser 
vom Reinberg». 
— 1412 und 1419: Christian Rheinberger als Fürsprecher 
beim kaiserlichen Landgericht in Rankweil. 
— 1416: Georg Rheinberger in Übersaxen. 
— 1420: Johann Josef Reinberger in Klaus. 
— 1426: Martin und Stefan ab dem Rinberg. 
— 1476: Franz Josef Reinberger ab Reinberg als Torkel- 
besitzer in Röthis. 
— 1477: Andriss Rinberger am Rinberg. 
— 1501: Brüder Hans und Andreas Rinberger ab Rinberg, 
Kirchspiel Rankweil. 
— 1512: Johann Georg Rheinberger in Sulz. 
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein, Jahrbuch Band 116, 2017 
— 1514: Johann Josef Rheinberger in Rankweil. 
— 1527: Mathias Rinberger. 
— 1538-1586: Schwester Maria Juliana Rheinbergerin, 
Kloster Valduna. 
— 1602: Christoph Rheinberger, Rankweil. 
— 1617: Crista Reinberger uf Reinberg. 
— 1618: Urban Rheinberger. 
Die hier aufgezählten Träger des Namens ab dem Rin- 
berg (Rinberger, Reinberger und Rheinberger) sind alle- 
samt Nachkommen jener vor 1363 auf den Reinberg ein- 
gewanderten Walliser, welche zum Teil noch als 
«Fremde», zum Teil als Walser bezeichnet wurden. Es 
gelingt aber nicht, die Abstammung in einer durchge- 
henden Linie bis auf Andreas Rheinberger weiterzufüh- 
ren, der dann um 1600 in die Grafschaft Vaduz auswan- 
derte. 
Die erste urkundliche Erwähnung eines Walsers in 
Liechtenstein erfolgt im Jahre 1278 für Triesen.'® Malbun 
erscheint 1355,? Laterns und Damüls 1313 sowie der 
Reinberg oberhalb von Rankweil 1363.?? Diese letzteren 
Besiedlungen erfolgen also innert eines relativ kurzen 
Zeitraumes, sodass man annehmen darf, dass sie nicht 
etappenweise, sondern eher in einem Zuge oder wenigs- 
tens in parallelen Zügen geschahen. Die genannten 
Jahreszahlen geben jeweils die erste urkundliche Erwáh- 
nung eines Ortes oder von Personen im Zusammenhang 
mit der Besiedlung durch die Walser an. Die eigentliche 
Niederlassung hat aber in den meisten Fällen schon vor 
dem jeweiligen Urkundendatum stattgefunden. Sie 
8 Stricker, Banzer, Hilbe, Personennamen 2008, Bd. 4, S. 187. 
9 Büchel, Mauren 1916, S. 20-21. 
10 Das Kloster Weingarten war damals im Besitz des Johanniter- 
hauses in Feldkirch, dem auch der «Spiegelhof» in Schaan gehörte. 
11 Zum «Spiegelhof» in Schaan siehe Büchel, Schaan 1927, S. 132. 
12  Büchel, Protokolle des Hofgerichts 1938, S. 130. 
13 Siehe auch PfAS Register der Pfarrei St. Laurentius für Schaan, 
Planken und Vaduz, Sterbefálle 1659-1695, u.a. mit Eintrag von 
Hans Rheinbergers Tod am 11. Januar 1678. 
14  Zósmair, Ansiedlungen 1893, S. 32 ff. 
15 Stadtarchiv Feldkirch, Copialbuch für Jahrzeitstiftungen, Bl. 68. 
16 Zósmair, Ansiedlungen 1893, S. 32 ff. 
17 46. Jahresbericht des Vorarlberger Landesmuseumsvereins 1908/09, 
S. 209. 
18 Kreis, Walser 1958, S. 102; Büchel, Einwanderung der Walliser 
1928, S. 129. 
19 Bucher, Walsersiedlungen 1992, S. 33 und S. 40. 
20  Zósmair 1893. 
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