Herausgeber:
Jahrbuch des HVFL
Bandzählung:
112
Erscheinungsjahr:
2013
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326952_112/165/
164Rezensionen 
Grundlegende Quellenedition Sechs Jahre nach dem Schlussbericht der Unabhängi- gen Historikerkommission (UHK) Liechtenstein Zweiter Weltkrieg (2005) legt das Liechtensteinische Landesar- chiv eine beachtliche Quellensammlung der liechtenstei- nischen Geschichte in den Jahren 1928 bis 1950 vor. Also jener historischen Phase, die in den letzten drei Dekaden Gegenstand umfangreicher Forschungsarbeiten, nicht zu- letzt der UHK, geworden war. Tatsächlich dürfte mittler- weile kaum ein Zeitraum der Geschichte des Kleinstaats derart ausführlich durchleuchtet und dargestellt worden sein wie eben jene 1930er und 1940er Jahre, in denen Liechtenstein in die grossen historischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts einbezogen und zu erheblichen Veränderungen des lokalen Gefüges in Politik, Wirt- schaft und Gesellschaft gezwungen wurde: von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise über die Ver- heissungen und Verheerungen des Nationalsozialismus bis hin zur Verarbeitung der Weltkriegsfolgen und zur 
Wirtschaftskrise, Nationalsozialismus und Krieg Dokumente zur liechtensteinischen Geschichte zwischen 1928 und 1950 Jürgen SchremserWirtschaftskrise, Nationalsozia- lismus und Krieg. Dokumente zur liechtensteinischen Ge- schichte zwischen 1928 und 1950. Bearbeitet von Stefan Frey und Lukas Ospelt. Herausgegeben vom Liechtensteinischen Landesarchiv, Vaduz. Verlag des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechten- stein, Vaduz, und Chronos- Verlag, Zürich, 2011. 704 Seiten mit rund 240 Origi- naldokumenten, illustriert, mit Einführung, Personen- und Sachregister. Gebunden. ISBN 978-3-906393-51-3 (Historischer Verein) ISBN 978-3-034011-03-7 (Chronos) CHF 59.–; EUR 
46.–Einordnung 
des Landes in eine entstehende internatio- nale Friedensordnung nach 1945. Für die historische Er- forschung dieses Zeitraums waren die Bestände des Lan- desarchivs eine wesentliche Grundlage und auf sie greift der Quellenband zurück. Für die vorbereitende Erhebung der in Frage kom- menden Dokumente und deren informationsreiche Auf- bereitung im vorliegenden Band sind die beiden Histo- riker Stefan Frey und Lukas Ospelt engagiert worden. Den beiden Bearbeitern der Quellenedition stand eine begleitende Expertenkommission unter dem Vorsitz des Staatsarchivars Paul Vogt zur Seite. Dieser Kommission oblag nicht zuletzt die Formulierung inhaltlicher und umfangsbezogener Richtlinien für die Auswahl von Dokumenten «von historischer Bedeutung». Aus einem Datenbestand von über 1’000 vorrangig in Frage kom- menden Quellentexten sind letztlich 225 für die Publi- kation in Buchform herangezogen worden. Für die Be- schränkung des Editionsprojekts auf ausgewählte Akten im Landesarchiv führt Paul Vogt forschungspraktisch plausible Gründe an. Das prinzipiell wünschenswerte Ziel einer Publikation «sämtlicher einschlägiger Quel- len» wurde zugunsten einer Sammlung zurückgestellt, die in absehbarer Zeit machbar und finanzierbar war. Die Quellenedition berücksichtigt also gut greifbare Do- kumente, die entweder «bereits im Liechtensteinischen Landesarchiv vorhanden waren oder die aufgrund der Angaben in der Literatur leicht zu beschaffen waren» (Paul Vogt). Die «Not» der Selbstbeschränkung erforderte im Ge- genzug eine genaue Auswahl und Prüfung jener Doku- mente, die für das Verständnis der historischen Akteure und Zusammenhänge als grundlegend und beispielhaft erachtet werden. Das im Jahr 2007 auf drei Jahre befri- stete Editionsvorhaben stand unter dem Ziel, «aussage- kräftige» Materialien zum untersuchten Zeitraum bereit- zustellen, die eine weitere Erforschung der 1930er und 1940er Jahre nicht erübrigen, sondern im Gegenteil als Filter der «Aktenflut in den Archiven» (Paul Vogt) dazu wichtige Hinweise und Anregungen geben. Die rund 100 fotografischen Abbildungen im Buch – auch sie überwie- gend aus dem Landesarchiv – vermitteln zeittypisches Lokalkolorit und geben in einigen selten gesehenen Mo- mentaufnahmen die Geschichte aus dörflicher Perspek- tive wieder. Ein beachtlicher Mehrwert für die liechten- steinische Geschichtsforschung wächst dem Editionspro- Kapitel_7_Rezensionen.indd   16411.06.13   15:49
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.