Herausgeber:
Jahrbuch des HVFL
Bandzählung:
112
Erscheinungsjahr:
2013
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326952_112/159/
158Geiger Peter: Liechtensteiner Briefmarkenjahrhundert 1912 bis 2012: Spiegel der 
Zeit 
Abb. 29: Curta Rechenmaschine, Hans-Peter Gassner, 2006 (oben). Abb. 30: Russisches Schmuckei, Silvia Ruppen, I. R. Madlé, 2011 (Mitte). Abb. 31: Europa, Alpabfahrt und Landtagsgebäude, J. Kubik, 2012 (oben). Abb. 32: Langspitz mit Mond, Marco Nescher, 2009 (Mitte). Abb. 33: Weiher vor Schloss Gutenberg, Xiao Hui Wang, 2011 
(unten). 
Internationale Kunst Andererseits gewann man in den 1990er Jahren unter dem Titel 
Hommage an Liechtenstein bekannte 
internatio- nale Künstler für Markenentwürfe, so 
Friedensreich Hun- dertwasser, Paul Wunderlich, Enrico Baj. Das Kunstmuseum steuerte 2000 
Joan Mirós «Träumende Biene» bei. Moderne Kunst fand so, wie auch weiterhin, Eingang ins Liech- tensteiner Briefmarken-Land – bezeichnenderweise fast durchwegs 
gegenständlich.Technik, 
Bildung, Verkehr Technisch-industrielle Innovationen aus Liechtenstein aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sind 2006/07 Thema einer Markenserie von 
Hans-Peter Gassner, so das kleine mechanische Wunderwerk der 
Curta-Rechenmaschine (Abb. 29), so der weltweit hämmernde 
Hilti-Bohrer. Ähn- lich wird nun 
moderne Architektur wahrgenommen. 
Bruno Köpfli hat die 
Bibliothek der Hochschule (heute Universität Liechtenstein) und die 
Erdgas-Tankstelle für die Postbusse effektvoll fotografiert. Illustriert wird damit sowohl der Ausbau des Bildungswesens im letzten halben Jahrhun- dert bis zur Universitätsstufe als auch die Modernisierung und versuchte Ökologisierung der 
Verkehrsinfrastruktur. Russland, China Liechtenstein greift in die Welt aus, auch philatelistisch. Das alte Russland hinterlässt Spuren versunkener Pracht auf Liechtensteiner Briefmarken. 2011 hat 
Silvia Ruppen die 
Schmuckeier der Zarenzeit (Abb. 30) aus der Sammlung von Adulf Peter Goop im Liechtensteinischen Landemu- seum für eine Markenserie gestaltet, vor den Umrissen historischer russischer Gebäude und Plätze. Seit wenigen Jahren gibt es eine philatelistische Zu- sammenarbeit zwischen der 
Volksrepublik China und dem Fürstentum Liechtenstein – chinesisch 
列支敦士登公国 (Lièzhıdunshìdenggongguó). 2005 erschienen zwei 
liech- tensteinisch-chinesische Gemeinschafts-Ausgaben mit je einem Blumengemälde aus beiden Ländern. 2010 hat Liechten- stein an der Expo in Shanghai teilgenommen. Hierzu ist erneut eine liechtensteinische Marke, gestaltet von 
Leone Ming, Schaan, erschienen: Sie gibt «verwandte» 
Flussland- schaften mit je ähnlichen Baum-, Ufer- und Flusspartien wieder, beide um 1840, nämlich eine am Rhein bei Va- duz, gemalt von 
Johann Jakob Schmidt, und eine in China am Fluss Qiantang (nahe Hangzhou), gemalt von 
Xu Qu. Stefan Erne schliesslich hat 2011 zum chinesischen 
Jahr des Drachens eine Scherenschnitt-Marke entworfen, rot mit goldenen Zeichen. Rot steht für Glück, Gelb für den Kai- ser. Der Drache ist in China nicht ein Untier, sondern ein Glücksbringer des Himmels. Das chinesische Schriftzei- chen auf der Marke bedeutet «lóng», Drache, die Zeichen auf dem Rand des Markenblockes verheissen Glück, Ge- sundheit, Energie, Erfolg. Kapitel_6_Geiger.indd   15811.06.13   15:49
        

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