Herausgeber:
Jahrbuch des HVFL
Bandzählung:
112
Erscheinungsjahr:
2013
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326952_112/130/
129 Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein, Jahrbuch Band 112, 201329 
 Warnung der Pfadfinder in: Die Jugend, April 1946 (LI LA PA 115). – Regierungserklärung von Alexander Frick, 18. September 1945 (Landtagsprotokoll): Siehe www.e-archiv.li/ Landtagsproto- kolle 1862–1949. 30  LAG (Hg.): 50 Jahre Liechtensteinische Akademische Gesellschaft. Kleine Schriften 35. Vaduz 2001, S. 6–7. 31  Wolf, Josef: Das Dorf ist anders geworden. Vortrag Volkshoch- schule Schaan, 3. April 1966. Siehe auch Ospelt-Amann, Ida: S Loob-Bett. Vaduz, 1965, darin das Gedicht «Di aalta Rääder». 32  Zu dieser ambivalenten Befindlichkeit siehe Goop, Adulf Peter: Liechtenstein gestern und heute. Vaduz, 1973, S. 313: «Der Liech- tensteiner hat die Industrialisierung noch nicht verdaut». 33  «Ein Schwanz im Stall und in die Presta gehen zum Geld verdie- nen.» Mit solchen Worten sei der Hoffnung nach einer begrenz- baren Industrialisierung Ausdruck gegeben worden. Mitteilung Robert Allgäuer, 24. Mai 2012. 34  «Liechtenstein wird trotz starker Umstellung auf die Industrie sein geistiges Antlitz nicht wesentlich verändern!», Alexander Frick: Die Sendung Liechtensteins im Abendland. Vortrag Volks- hochschule Schaan. In: Liechtensteiner Volksblatt (im Folgenden: LVolksblatt), 14. April 1956. 35  Das Time Magazine Vol. 89, No. 1, 6. Januar 1967 erklärte die jun- ge Frau und den jungen Mann von 25 Jahren und darunter zum «Man Of The Year 1966»: «Predictably, they are a highly indepen- dent breed, and – to adult eyes – their independence has made them highly unpredictable. This is not just a new generation, but a new kind of generation.» Der junge Georg Kieber nimmt in einem Volksblatt-Beitrag vom 18. Januar 1968 «Ist unsere heutige Jugend schlechter?» auf diese neue Qualität des Generationen- wechsels Bezug. Vgl. dazu Anm. 91. 36 LVolksblatt, 8. Juni 1963. 37  Siehe LVolksblatt, 8. August 1967 (Titelseite), «Unser Mitarbeite- rin Anochka von Heuer (Genf) berichtet über die Filmfestspiele in Locarno». LVolksblatt, 16. September 1967, «Filmprogramm der Woche – kritisch betrachtet», u.a. über «Ekel» von Roman Polanski im Kino Vaduz. 38  LVolksblatt, 28. Dezember 1968, S. 3, zur Premiere von «Die De- monstration» des Jungmannschaftstheaters Schellenberg. 39  Oehry, Wilfried: Bildung. In: LGT Bank in Liechtenstein AG (Hg.): LieLex. Ein Nachschlagewerk zu Liechtenstein. Vaduz, 1996, S. 20. 40  Zum Ablauf der Bildungsreform siehe Landtagssitzung 14. No- vember 1969, Information Regierungschef Gerard Batliner. In: Landtagsprotokolle 1969–1971, Mikrofilm Landesbibliothek LB FLMZ 10. 41  Siehe: Martin, Graham: A Microstate Reforms Its Educational System: Liechtenstein’s New Educational Act. In: International Review of Education/Internationale Zeitschrift für Erziehungs- wissenschaft Vol. 19, No. 3/Sept. 1973, S. 396–405. 42  Vogt, Leonhart: Unsere Zukunftsaufgaben im Bildungswesen. Schaan, 1970. Darin: Warum brauchen wir eine Bildungspla- nung?, S. 28–33. Kurzbeleg: Vogt 
1970. 
ausdrücklicher gewordene Öffnung des Landes zu ei- ner «Bildungsgesellschaft».42 Dieser Zugang war in den 1950er Jahren und einer damals geschürten Angst vor ei- 
In einer ersten Erkundung der Literatur sowie schrift- licher und mündlicher Quellen zum Verlauf und zum persönlichen Erleben der 1960er Jahre haben sich drei Untersuchungszugänge für die Erforschung lokaler Ver- änderungen als ergiebig erwiesen: 1.  Entwicklungen und Ereignisse im öffentlichen Wahr- nehmungsbereich politischer und gesetzgeberischer Reformen, kulturpolitischer Neugründungen und künstlerischer Initiativen. 2.  Zwei «Orte» des kulturellen Gedächtnisses in Liech- tenstein, die als gewollte und augenfällige Brüche mit kulturellen Gewohnheiten gedeutet werden. 3.  Veränderungen der lokalen «Jugendszenen», die in ei- ner Vielfalt der Schauplätze und Artikulationsformen in schriftlichen, bildlichen und mündlichen Quellen überliefert 
sind. Ein Jahrzehnt der Reformen In der ersten Untersuchungsperspektive werden Mo- dernisierungsvorgänge in der lokalen Öffentlichkeit als Reformrhetorik und institutionelle Reformpraxis nach- vollziehbar. Die politische Aufgeschlossenheit für Neues wird begleitet von einer enthusiastischen Auseinander- setzung mit neuen künstlerischen Ausdrucksformen, von der «Wandlung im Kirchenbau» (1963)36 bis zu mo- derner Gebrauchsgrafik, von der Filmkritik in den Ta- geszeitungen37 über erste Ausstellungen zeitgenössischer Kunst bis hin zu einem «Bruch mit der Tradition des Lai- entheaters» (1968).38 Tatsächlich ist das Jahrzehnt der 1960er Jahre in Liechtenstein durch eine enorme kultur- und bildungs- politische Ausdifferenzierung der lokalen Gesellschaft geprägt. In keinem Jahrzehnt der neueren Geschichte Liechtensteins sind so viele Bildungsinitiativen und Schulgründungen lanciert und letztlich auch institutio- nell festgeschrieben worden wie im Zeitraum 1961 bis 1971.39 Das zentrale Projekt für den Wandel des öffentli- chen Bildungssystems Liechtensteins war die langjährige umfassende Reform des katholisch-klerikal geprägten Schulgesetzes von 1929.40 Die Schulgesetztotalrevision war ein regelrechter Säkularisierungsschub.41 Nicht nur hinsichtlich der Eingrenzung des kirchlichen Einflusses auf Inhalte und Organe der Schulbildung, sondern auch in Bezug auf eine entschiedene, mit der Reform 
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