Herausgeber:
Jahrbuch des HVFL
Bandzählung:
112
Erscheinungsjahr:
2013
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326952_112/11/
10Platz Dorothee: «Bringt klagbahr vor und ahn 
…» 
Was sind Verhörtagsprotokolle? Seit Mai 2011 stehen im Liechtensteinischen Landesar- chiv die so genannten Verhörtagsprotokolle im Fokus eines Erschliessungsprojekts, das aufgrund der Fülle von Archivmaterial noch über mehrere Jahre fortgeführt wer- den wird. Die Verhörtagsprotokolle, welche in der Zeit von 1648 bis 1807 beim Oberamt entstanden sind, bilden eine eigene Serie innerhalb der Amtsbücher. Bei Verhörtagsprotokollen handelt es sich um eine Art Vorläufer von Gerichtsakten. Rechtsrelevante Auf- zeichnungen, welche für die Verwaltung einer Behörde notwendig waren, finden sich bis ins 18. Jahrhundert vornehmlich in Amtsbüchern wieder. Es gibt daher je nach Inhalt oder Zuständigkeit eines Amts verschieden- artige Amtsbücher. Die Inhalte aller Amtsbücher sind gleichförmig und wiederkehrend. Zu unterscheiden ist zwischen solchen Amtsbüchern, die regelmässig und fortlaufend geführt wurden, wie beispielsweise Kopiare oder Urbare, und solchen Amtsbüchern, deren Einträge von Fall zu Fall erfolgten, wie bei den Verhörtagen des Oberamts.1 Im Landesarchiv finden sich Amtsbücher mit 
Handschriften staatlichen Ursprungs von Oberamt, Re- gierung, Landtag, Gerichten, Rentamt, Landeskasse, Lan- desphysikat, Gefängnis, Militärkontingent, Landesschul- rat, Landwirtschaftsamt, Landesschätzungskommission, Lebensmittelkontrolle, Sicherheitskorps/Landespolizei und Vermittlerämter. Innerhalb dieser Amtsbuchserien bilden die beim Oberamt geführten Verhörtagsproto- kolle eine eigene Serie. Sie tragen die Signatur AS 1 (AS steht für Amtsbuchserie). Bereits im Hochmittelalter wurden Handlungen der freiwilligen Gerichtsbarkeit zur Beweissicherung schriftlich festgehalten. Einträge in solche Amtsbücher erfolgten pro Gerichtssitzung und waren ergebnisorien- tiert, das heisst, es wurde schriftlich fixiert, wer gegen wen einen Prozess führte, worum es inhaltlich ging und – sofern verhängt – welche Strafen ausgesprochen wur- den. Die Inhalte der Verhöre wurden zur Kontrolle und zur Rechtssicherung festgehalten. Als historische Quelle sind die Amtsbücher und ins- besondere die Verhörtagsprotokolle von hohem Wert, da sie das Verwaltungshandeln wiederspiegeln, Aufschluss über die Zusammensetzung des Gerichts geben und 
aus- 
Einleitung Blick in eine Compactusanlage des Landesarchivs mit Amtsbüchern, Übergangsarchiv Triesen.
        

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