Herausgeber:
Jahrbuch des HVFL
Bandzählung:
111
Erscheinungsjahr:
2012
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326952_111/79/
77 Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein, Jahrbuch Band 111, 201291 
 Rupert von Bodman an Graf Jakob Hannibal III. von Hohenems betreffend das Angebot des Fürsten Johann Adam von Liechten- stein über 400'000 Gulden für Vaduz und Schellenberg, Kop., Vaduz 1697 Oktober 22, ÖS-tA, HHStA, RHR, Judicialia, Den. Rec. 263/1, fol. 471r–475v. 92  Jakob Hannibal III. von Hohenems bedankt sich bei Kaiser Leo- pold I., dass dem Verkauf von Schellenberg zugestimmt worden war, Ausf. o. O. 1698 November 31, ÖStA, HHStA, RHR, Judicia- lia, Den. Rec. 263/1, fol. 590r–594v. 93  Arnegger, Der Einfluss Spaniens, S. 204. 94  Aufstellung, welche Schulden mit 15'000 Gulden aus dem Ver- kauf von Schellenberg bezahlt wurden, ÖStA, HHStA, RHR, Judi- cialia, Den. Rec. 264/3, fol. 22r–23v. 95  Aufstellung, welche Schulden mit 100'000 Gulden aus dem Ver- kauf von Schellenberg bezahlt wurden: Abschr. o. O. o. D., ÖStA, HHStA, RHR, Judicialia, Den. Rec. 265/1, fol. 202r–215v. 96  Vgl. dazu ausführlich: Katharina Arnegger (Bearb.): Kaufvertrag der Grafschaft Vaduz 1712. Dokumente zum Kaufvorgang zwi- schen den Grafen von Hohenems und den Fürsten von Liechten- stein. Vaduz, 2012, S. 9–20. 97  Extrakt eines Reichhofratsprotokolls, Extr. o. O. 1698 Dezember 11, ÖStA, HHStA, RHR, Judicialia, Den. Rec. 263/1, fol. 650r. 98  Otto Seger: Zur Erwerbung der Grafschaft Vaduz durch Fürst Johann Adam von Liechtenstein vor zweihundertfünfzig Jahren, In: JBL 61 (1961), S. 5–23, hier S. 16–17. 99  Johann Adam von Liechtenstein an Kaiser Leopold I., Ausf. o. O. 1699 Januar 22, ÖStA, HHStA, RHR, Judicialia, Den. Rec. 263/1, fol. 656r–658v, 672r+v. 100 Wie Anm. 15. 101  Ein Fideikommiss ist eine Rechtseinrichtung des Erbrechts, die in Deutschland und Österreich 1938 aufgelöst wurde. In der Schweiz bestehen heute noch einige Fideikommisse, Neugrün- dungen sind jedoch nicht mehr gestattet. Vgl. William Lewis: Das Recht des Familienfideikommisses. Berlin, 1868 (Neudruck: Aalen, 1969). 102  Franz Maximilian Eusebius Graf von Königsegg-Aulendorf (1669–1709). Vgl. Max Wilberg: Regenten-Tabellen. Eine Zusam- menfassung der Herrscher von Ländern aller Erdteile bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, Frankfurt/Oder, 1906, S. 108. 103  (Georg) Franz Wilhelm III. Posthumus Graf von Hohenems (28. März 1692, Grafenegg–5. November 1759, Grätz) war das einzige Kind von Franz Wilhelm II. Grafen von Hohenems (1654–1691) aus seiner Ehe mit Louisa Josefa, geborene von Liechtenstein (1670–1736). Vgl. Bergmann, Reichsgrafen, S. 111; Wurzbach, Bd. 9, S. 189. 104  Jakob Hannibal III. von Hohenems an Kaiser Joseph I., Ausf. o. O. 1707 Juli 29, ÖSTA, HHStA, RHR, Judicialia, Den. Rec. 263/2, fol. 666r–668v. 105  Johann Adam I. von Liechtenstein an Kaiser Joseph I., Ausf. o. O. 1710 April 16, ÖSTA, HHStA, RHR, Judicialia, Den. Rec. 264/1., fol. 
280r–284v. 
dem Schellenberg verkauft worden war, lasteten im- mer noch über 50’000 Gulden auf Vaduz und 60’000 Gulden auf Hohenems.97 Das machte es für die Grafen von Hohenems unvermeidlich, sobald wie möglich auch die Grafschaft Vaduz zu verkaufen. Fürst Johann Adam erneuerte auch sein Angebot für Vaduz, denn mit der Herrschaft Schellenberg allein erlangte er noch nicht Sitz und Stimme auf dem Reichstag. Diese waren an die Graf- schaft Vaduz gebunden.98 Der Fürst bot als Kaufpreis für Vaduz nun 290’000 Gulden.99 Einer der Hauptgründe, warum sich nun der Verkauf von Vaduz bis 1712 hinzog, war die Tatsache, dass Kaspar von Hohenems 1626 einen Fideikommiss errichtet hatte100, aus dem alle Familien- mitglieder in einer festgelegten Rangfolge Nutzen ziehen konnten.101 Der Verkauf von Schellenberg war juristisch noch vertretbar, weil die geringen Einkünfte dieser Herr- schaft vernachlässigbar waren. Aber bei der Grafschaft Vaduz sah die Sache anders aus. Wenn diese Grafschaft ebenfalls aus dem Fideikommiss herausgenommen würde, so waren der Grundwert und die festgelegte Fa- milieneinkünfte nicht mehr gesichert. Das fürchtete zu- mindest Graf Franz Maximilian von Königsegg-Aulen- dorf (1669–1709)102, der Vormund von Franz Wilhelm III. von Hohenems (1692–1759)103, dem unmündigen Sohn des verstorbenen Franz Wilhelm II.; Königsegg willigte erst in den Verkauf von Vaduz ein, nachdem man sich geeinigt hatte, mit Teilen des Erlöses für Vaduz die er- tragreichere Herrschaft Bistrau (heute Bystré u Poličky) in Böhmen zu kaufen und diese anstelle von Vaduz dem Fideikommiss der Familie einzuverleiben. Diese Herr- schaft versprach einen jährlichen Ertrag von ungefähr 12’000 bis 18’000 Gulden, während die Grafschaft Vaduz mit jährlich 4’000 bis 5’000 Gulden veranschlagt war.104 Ab diesem Zeitpunkt wurde nun parallel mit den Besit- zern von Bistrau, den Grafen von Walderode, Kaiser Leo- pold I. und dem Fürsten von Liechtenstein verhandelt. Als endlich beinahe alle Dokumente, die zum Verkauf von Vaduz notwendig waren, beisammen waren, wei- gerte sich der Fürst plötzlich, Vaduz zu kaufen. Inzwi- schen hatte der Fürst von Liechtenstein nämlich dem Schwäbischen Reichskreis ein Darlehen über 250’000 Gulden gewährt in der Hoffnung, sich so in die Reichs- fürstenbank einkaufen zu können, und sich andererseits den Kauf von Vaduz zu ersparen bzw. rascher sein Ziel zu erreichen.105 Trotzdem wurden die Kaufverhandlungen weiter fortgesetzt. Nach einem weiteren Jahr gelang es 
dem Reichshofrat endlich das letzte fehlende Dokument, die Zustimmung des erzherzoglichen Hauses Österreich zum Verkauf, zu erlangen. Die Vertragspartner wurden daraufhin zur Unterzeichnung im April 1711 vorgeladen. Jedoch erschien der Fürst von Liechtenstein nicht und Kapitel_3_Arnegger.indd   7722.10.12   12:16
        

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