Herausgeber:
Jahrbuch des HVFL
Bandzählung:
111
Erscheinungsjahr:
2012
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326952_111/76/
74Arnegger Katharina: Vaduz und Schellenberg unter der Herrschaft der Reichsgrafen von Hohenems 
(1613–1699/1712) 
Über seine Jugendzeit ist aus dem Briefwechsel seines Onkels Karl Friedrich von Hohenems mit Ferdinand Bo- naventura I. von Harrach ersichtlich, dass er ein eher un- auffälliger und angepasster junger Mann gewesen war.77 Im Vergleich zu seinem Bruder Ferdinand Karl verur- sachte er scheinbar keine Probleme in der Erziehung. Sein Unglück war, dass für ihn als zweitgeborenen Sohn wegen der vielen Schulden immer zu wenig Geld für eine gute Ausbildung vorhanden war. Nachdem er in Italien seine Sprachausbildung aus Geldmangel früher beenden musste und ihm auch ein Studium an einer Hochschule verwehrt blieb, versuchte er in den kommenden Jahren im Militärdienst seinen Unterhalt zu verdienen.78 1676 heiratete Jakob Hannibal Anna Ämilia Freiin von Schau- enstein-Ehrenfels (1652−1734). Von ihren zahlreichen Kindern erreichten nur wenige, nämlich Ämilia Anto- nia Carolina, genannt Charlotta (1680−1752), und Franz Wilhelm Rudolf (1686−1756) das Erwachsenenalter.79 Seine Familie lebte bei seinem Bruder Ferdinand Karl auf Schloss Vaduz, während Jakob Hannibal III. häufig unter- wegs war. Sein Ziel war es, ein eigenes Regiment zu un- terhalten, was bei den prekären finanziellen Verhältnis- sen ein Wunschtraum blieb. Da Ferdinand Karl ihm und seinem jüngeren Bruder Franz Wilhelm II., wie bereits er- wähnt, nicht den zustehenden Unterhalt auszahlte, sahen sich die beiden jüngeren Brüder 1679 gezwungen, gegen Ferdinand Karl vorzugehen, was zur Einsetzung einer kaiserlichen Untersuchungskommission führte.80 
Nach- dem sein Bruder Ferdinand Karl 1686 gestorben war, konnte Jakob Hannibal III. als nunmehr ältester Graf von Hohenems-Vaduz die Herrschaft in Vaduz und Schel- lenberg antreten. Da sein Vetter Franz Karl Anton von Hohenems, der in der Grafschaft Hohenems regiert hatte, inzwischen vor der kaiserlichen Untersuchungskommis- sion ins Exil zu den Eidgenossen geflohen war, wurde Franz Wilhelm II. mit der Regierung in der Grafschaft Ho- henems betraut, welche nach dem Tod Franz Wilhelms 1691 wiederum unter kaiserliche Administration kam.81 Bald nach seinem Herrschaftsantritt sah sich Jakob Hannibal III. mit grossen Widerständen seitens seiner Untertanen konfrontiert, denn einerseits blieb er den Er- ben der unschuldig hingerichteten Personen die Restitu- tionen schuldig, andererseits begann er an dem Schnitz- vertrag von 1614 zu rütteln. Nun wollte Jakob Hannibal erreichen, dass seine Untertanen sich zukünftig in grös- serem Ausmass an den anfallenden Reichsabgaben betei- 
Essen zu geben und keine Pferde noch Diener, ausser einem, zur Verfügung zu stellen.75 Ferdinand Karl von Hohenems starb auf Burg Kemnat am 18. Februar 1686. Aus dem Bericht des Fürstabts von Kempten geht her- vor, dass der Graf wegen seines ungesunden Lebens- wandels in sehr schlechter körperlicher Verfassung gewesen 
war.76 Die Regierung des Grafen Jakob Hannibal III. von Hohenems von 1687 bis 1692 Jakob Hannibal III. Friedrich Graf von Hohenems wurde am 7., nach anderen Quellen am 17. März 1653 auf der Burg Ems geboren und starb am 12. August 1730 in Wien. Grenzstein bei Schaanwald mit dem Hohenemser Wappen (1693). Kapitel_3_Arnegger.indd   7422.10.12   12:16
        

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