Herausgeber:
Jahrbuch des HVFL
Bandzählung:
111
Erscheinungsjahr:
2012
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326952_111/25/
23 Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein, Jahrbuch Band 111, 201229 
Zu ihm vgl. Seger: Bodman (1978); Press: Bodman (2010). 30 Vgl. dazu Tschaikner: Hexen (1998). 31  ÖStA/HHStA, RHR, Jud., Den. Rec. 261/9, fol. 12r–13v (o.D. [nach 27. Mai 1679, vor 20. Juli 1679]): Jakob Hannibals Anwalt Schierl an Kaiser Leopold I. Eine erste Beschwerdeschrift Jakob Hannibals und weiterer Geschwister war am 30. Januar 1679 beim Reichshofrat präsentiert worden (LI LA RA 74/128, o.D.). 32  LI LA RA 74/143 (o.D. [November/Dezember 1683]): Bittschrift an Kaiser Leopold I. 33 Dazu Burmeister: Kaiserliche Administration (2012). 34 GAS U 78 (26. August 1692). 35  StAA/Kempten A 3012, unfoliert: Jakob Hannibal an Kaiser Leo- pold I. (o.D., 1698) mit Beilage A: Reichshofratsbeschluss vom 1. Juli 1688. 36  Vgl. Seger: Von Hohenems zu Liechtenstein (1958), S. 101 f.; Burmei- ster: Schauenstein (2012); ÖStA/HHStA, RHR, Jud., Den. Rec. 262/1, fol. 686r–691v (o.D., [1691–1694]): Anschlag der zur Grafschaft Vaduz gehörenden Gemeinden Balzers, Triesen und Triesenberg. 37 Kaiser: Geschichte 1847 (1989), Band 1, S. 465. 38 Vgl. Arnegger: Einleitung (2012), S. 12. 39 Vgl. Gurt: Kaufvertrag 1699 (1999). 40 Zitiert nach Arnegger: Kaufvertrag 1712 (2012), S. 36–39. 41 Seger: Von Hohenems zu Liechtenstein (1958), S. 117 f. 42  Vaduzer Kaufvertrag vom 22. Februar 1712, zitiert nach Arneg- ger: Kaufvertrag 1712 (2012), S. 36. 43  Zum Folgenden vgl. Welti: Hohenems (1930), S. 151–153; Burmei- ster: Jakob Hannibal III. (2012). 44  Graf Franz Karl Anton von Hohenems, geboren 1650, floh 1687 vor seinen Gläubigern nach Heerbrugg im Schweizer Rheintal, worauf seine Grafschaft Hohenems ebenfalls unter kaiserliche Administration gestellt und 1688 dem Grafen Franz Wilhelm II. von Hohenems-Vaduz zur Verwaltung übergeben wurde, ei- nem bereits 1691 gestorbenen Bruder Jakob Hannibals III. Graf Franz Karl starb 1713, wie Bergmann: Hohenembs (1861), S. 61 und Welti: Hohenems (1930), S. 151 richtig feststellten; in sei- ner Stammtafel nennt Welti: Hohenems (1930) jedoch 1716 als Todesjahr, welches in der Folge auch in anderen Stammtafeln übernommen wurde (z.B. in Kaiser: Geschichte 1847, 1989, Band 2). Das Todesjahr 1713 (15. oder 16. März) ergibt sich auch aus StAA/Kempten A 2853, A 2855 und A 
2856. 
der Grafschaft Hohenems, die er aber 1718 seinem Sohn Franz Rudolf überliess. Er selbst hielt sich teils in seiner Herrschaft Bistrau in Böhmen auf, welche er 1712 mit dem Verkaufserlös aus Vaduz erworben hatte und 1720 ebenfalls an seinen Sohn abtrat, vor allem aber in Wien, wo er in kaiserliche Hofdienste eintrat: Zunächst als Kammerherr der Witwe Kaiser Leopolds, Eleonore (ge- storben 1720), dann als Geheimrat und Obersthofmeister der Erzherzogin Elisabeth und ab 1725 der Erzherzogin Maria Magdalena, einer Schwester Kaiser Karls VI. Am 12. August 1730 starb Jakob Hannibal 77-jährig in Wien. 
Plan blieb unverwirklicht.36 
Schliesslich soll Jakob Han- nibal – gemäss einer ungesicherten Überlieferung – vor 1696 alle Herrschaftsrechte der Landschaft zum Kauf an- geboten haben, also den Untertanen selbst. Diese hätten sich zwar zugetraut, das Geld für einen solchen Freikauf aufzubringen, das Angebot aber dennoch abgelehnt, da ihnen das Vertrauen in die Lebensfähigkeit als eigenstän- diger Freistaat gefehlt habe.37 
Der Plan war aber ohnehin unrealistisch: Vaduz und Schellenberg wären dadurch aus dem Heiligen Römischen Reich ausgeschieden und zur Republik geworden, was Kaiser Leopold schwerlich akzeptiert hätte. All dies waren untaugliche Ideen. Nur der Verkauf der ganzen Herrschaften konnte eine Lösung bringen. Ab 1689 bemühte sich Jakob Hannibal um die Erlaubnis des Kaisers, vorerst die Herrschaft Schellenberg verkau- fen zu dürfen.38 Dazu kam es aber erst zehn Jahre spä- ter mit dem am 18. Januar 1699 vollzogenen Verkauf an Fürst Johann Adam Andreas von Liechtenstein.39 Dieser hatte mit seinem Angebot von 115’000 Gulden alle Kon- kurrenten übertroffen, darunter den Churer Bischof Ul- rich VII. von Federspiel, den Grafen Karl Ferdinand von Waldstein, den Fürstabt von St. Gallen und den Fürsten Ferdinand Wilhelm von Schwarzenberg. Fürst Johann Adam wollte schon 1699 ausser Schel- lenberg auch Vaduz kaufen. Da Kaiser Leopold nur den Verkauf von Schellenberg bewilligte, sicherte er sich wenigstens das Vorkaufsrecht auf Vaduz. Nach 1699 drängte Jakob Hannibal den Kaiser, dem Verkauf auch von Vaduz zuzustimmen. Dies, weil «der von Schellen- berg gelöste kauffschilling die æra aliena [die Schulden] nicht gelediget» hatte, wie es im erst 13 Jahre später zustande gekommenen Vaduzer Kaufvertrag vom 22. Februar 1712 heisst:40 
Trotz den für Schellenberg erhal- tenen 115’000 Gulden lasteten auf der Grafschaft Vaduz weiterhin 53’000 Gulden.41 Erst der Verkauf auch von Vaduz sollte es dem Haus Hohenems ermöglichen, «sich von dem gänzlichen ruin zu salviren».42 Bis es soweit war, stellten sich aber noch verschiedene Hindernisse in den Weg, auf die im folgenden, dem Käufer Fürst Johann Adam von Liechtenstein gewidmeten Abschnitt zurück- gekommen wird. Für Jakob Hannibal brachte der Verkauf von Vaduz eine völlige Verlagerung seines Lebensschwerpunktes nach Osten.43 Zwar übernahm er 1713 von seinem ver- storbenen Cousin Graf Franz Karl44 die Regierung in Kapitel_1_Frommelt.indd   2322.10.12   13:20
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.