Herausgeber:
Jahrbuch des HVFL
Bandzählung:
111
Erscheinungsjahr:
2012
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326952_111/224/
222Rezensionen 
Goldstandard zum Euro: Die Geschichte des internationalen Währungssystems, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin.» 10  Carmen M. Reinhart und Kenneth S. Rogoff (2009), This Time Is Different: Eight Centuries of Financial Folly, Princeton University Press. Bildnachweis Alle Bilder: Liechtensteinisches Landesarchiv, 
Vaduz Anschrift des Autors Prof. Dr. Carsten-Henning Schlag, Konjunkturforschungsstelle Liechtenstein (KOFL), Universität Liechtenstein, Fürst-Franz- Josef-Strasse, FL-9490 
Vaduz 
Das Gesetz betreffend die Einführung der Franken- währung wurde 1924 verabschiedet. Es verpflichtete die Liechtensteiner fortan, verschiedene Bundesratsbe- schlüsse zu befolgen und rigide Kapitalverkehrskontrol- len einzuhalten. «Der Zahlungsverkehr war in den 1950er Jahren streng reguliert. Dies machte internationale Ge- schäfte kompliziert», erinnert sich Dr. Adolf Büchel. Für die Exportwirtschaft hätten diese Einschränkungen eine enorme Belastung dargestellt. Rupert Quaderer reisst in seinem Artikel «Von der Krone zum Franken» die im Jahr 1919 geführte Diskussion um eine eigene liechten- steinische Landeswährung an. Man kam damals zu dem Schluss, dass die Kleinheit des Landes dem Ansinnen entgegen sprach. Thomas Jordan greift im abschlies- senden Beitrag des Buches das Währungsthema noch einmal auf, wenn er sagt: «Das Fürstentum Liechtenstein hat sich dafür entschieden, keine eigene Währung zu haben, sondern die Geldversorgung durch das Nachbar- land Schweiz sicherstellen zu lassen. Das bedeutet, dass es die währungspolitische Hoheit abgegeben hat. Man profitiert einerseits von der Geldversorgung durch das Nachbarland, hat andererseits aber keinen Einfluss auf dessen Währungspolitik.» Im Liechtensteiner Volksblatt hiess es im März 1920 schlicht «… alles will Franken.»9 Der zunächst vom Liechtensteinischen Gewerbe ei- genmächtig vollzogene Übergang von der Krone zum Franken wird in der wirtschaftswissenschaftlichen Li- teratur der Gegenwart als «Dollarisierung» bezeichnet. Reinhard und Rogoff (2009)10 beschreiben vergleich- bare Prozesse, wie sie sich im internationalen Raum immer wieder abspielen. Missbraucht eine Regierung ihr Währungsmonopol, weichen die Märkte auf Ersatz- währungen aus. Zumeist handelt es sich dabei um den Dollar, in Liechtenstein bot sich der Schweizer Franken an. Die Schweizer Nationalbank hat das Vertrauen, das man in sie setzte, seitdem gerechtfertigt. Ein Umstand, von dem die Landesbank ebenso profitiert wie der ge- samte Liechtensteinische Finanzplatz. Keine der in der Festschrift vernehmbaren Stimmen stellt dies in Zweifel. 9  Aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht bleibt die Idee einer ei- genen Liechtensteiner Währung auch nach der Lektüre der Fest- schrift reizvoll (vgl. Fürst Hans-Adam II. von Liechtenstein 2010, Der Staat im dritten Jahrtausend, S. 153 ff). Weshalb grosse Län- der jedoch einen Vorteil bei der Emission eigener Banknoten und Münzen haben, beschreibt Berry Eichengreen (1999) in «Vom Kapitel_10_Rezensionen.indd   22222.10.12   13:00
        

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