Herausgeber:
Jahrbuch des HVFL
Bandzählung:
111
Erscheinungsjahr:
2012
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326952_111/173/
171 Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein, Jahrbuch Band 111, 201254 
Ebenda. 55 LVolksblatt 1912, 19. Juli Nr. 29, S. 1–2. 56  Gemeint sind die Veteranen des 1868 aufgelösten liechtensteini- schen Militärkontingents. 57 Landesverweser Karl von In der Maur (1853–1913). 58  Felix Kircher Liechtensteinische Hymne [Noten]: zur Zentenar- feier 1912 / für Männerchor komp. von Felix Kircher; Worte von Johann Baptist Büchel. [1912]. 59  Dr. Albert Schädler (1848–1922), Dr. med., Landtagsabgeordneter und Landtagspräsident 1882–1886 u. 1890–1919. 60  Liecht. Volksblatt 1912, 19. Juli Nr. 29, S. 1 f. 61  Dr. Martin Risch (1899–1970), Dr. med., Landtagsabgeordneter 1953–1966, Landtagspräsident 1960–1966. 62  Dr. Gerard Batliner (1928–2008), Dr. jur., Regierungschef 1962–1970, Landtagsabgeordneter 1974–1982, Landtagspräsident 1974–1978. 
Übergangs der Grafschaft Vaduz an das fürstliche Haus Liechtenstein wurde am 24. Oktober 1962, am Geburts- tag von Fürstin Gina von Liechtenstein (1921–1989) in Vaduz ein Kinderfest durchgeführt. Wegen der kurzen Vorbereitungszeit wurde von einem Umzug wie am Kinderfest 1956 abgesehen. Die Äulestrasse wurde den ganzen Tag für jeden Autoverkehr gesperrt. Für die 2‘600 Schülerinnen und Schüler aller Stufen wurde ein kleiner Vergnügungspark eingerichtet. Der offizielle Teil wurde mit Ansprachen des Landes- fürsten Franz Josef II. (1906–1989) und des Landtagsprä- sidenten eröffnet. Der Fürst wünschte am «Festtage der eigentlichen Geburt unserer Heimat» der Jugend «als Präger der Zukunft» ein Leben «in Frieden und Glück in der Heimat Liechtenstein». Landtagspräsident Dr. Mar- tin Risch61 erinnerte die liechtensteinische Jugend nach einem Streifzug durch die Geschichte an ihre Pflicht, «treu zur Heimat und dem Fürstenhaus zu stehen, wie dies unsere Väter und Ahnen taten». Regierungschef Dr. Gerard Batliner62 schloss den offiziellen Teil mit einer Ansprache. Er wies darauf hin, dass die Liechtensteiner in Frieden, Freiheit und Wohlstand lebten, während zwei Drittel der Weltbevölkerung unter Hunger, Elend und Knechtschaft litten. Deshalb sei «Masshalten aus Solida- rität mit den übrigen Menschen und in Verantwortung für unsere eigene Geschichte das Gebot der Stunde». Die über ein Vierteljahrtausend alte Verbindung des Landes mit dem Fürstenhaus verglich er mit einer guten Ehe mit unauflöslichem Charakter. Eine solche Verbindung könne man nicht aufheben, «ohne die ganze Familie zu zerstören». Der Regierungschef wünschte sich ihren 
direktor Kircher komponierte, mächtig wirkende Weihe- lied58 unter Begleitung der Harmoniemusik Vaduz zum Vortrage. Sofort begann die Aufführung des von Herrn Schulkommissär Kanonikus Büchel verfassten Festspiels – der Glanzpunkt der ganzen Feier. ...». Anknüpfend an das historische Festspiel erinnerte der Landtagspräsident Dr. Albert Schädler59 in seiner Festansprache zunächst an die Schuldenkrise und die Notzeiten unter der Landesherrschaft der Grafen von Hohenems. Die Schulden der Hohenemser seien durch die Fügung der Vorsehung eine «glückliche Schuld» geworden, die zum Übergang an ein neues, besseres Herrscherhaus, das Haus Liechtenstein, geführt hätte. Schädler wies aber auch darauf hin, dass die ersten 150 Jahre unter diesem Haus keineswegs das erhoffte Glück gebracht hätten, sondern vielmehr eine «Zeit des Nie- dergangs» gewesen wären. Erst mit der Verfassung von 1862 und dem Wiederaufleben der Mitwirkung des Volkes habe «ein anhaltendes Emporblühen unseres Landes» wieder eingesetzt. Wenn 1912 gleichzeitig mit dem Zweihundertjahrjubiläum auch das 50-jährige Ver- fassungsjubiläum begangen werde, sei dies ein doppelt denkwürdiges Fest. Über den Abschluss der Jubiläumsfeier berichtete das Volksblatt weiter:60 «Ein weihevoller Akt war es, als tausende von Hän- den sich erhoben, um dem allgeliebten Landesvater Fürst Johann II. die Huldigung darzubringen, und mäch- tig und aus vollem Herzen erscholl es unter Böllerknall zu Berg und Tal: ‹Hoch leb’ der Fürst vom Land›! ... Mit dem Abbrennen eines hübschen Feuerwerkes schloss die erhebende Feier des für das Fürstentum Liechten- stein denkwürdigen Tages.» Kinderfest aus Anlass der 250-Jahr-Feier 1962 1949 war auf Initiative der Unterländer Gemeindevor- steher, anknüpfend an die 200-Jahrfeier von 1912 in Va- duz, eine Jubiläumsfeier aus Anlass des Übergangs der Herrschaft Schellenberg an das Fürstenhaus Liechten- stein vor 250 Jahren durchgeführt worden. Die Feier in Eschen mit Pontifikalamt und Festbankett sowie einem offiziellen Festakt und historischem Festspiel war als Fest des ganzen Staates konzipiert, der auch die Kosten über- nommen hatte. Eine Feier ähnlichen Zuschnitts kam 1962 im Ober- land nicht zustande. Aus Anlass der 250-Jahrfeier des Kapitel_7_Ospelt.indd   17122.10.12   12:43
        

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