Herausgeber:
Jahrbuch des HVFL
Bandzählung:
111
Erscheinungsjahr:
2012
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326952_111/148/
146Vogt Paul: «Das Band weben, welches Fürst und Volk enger 
verbindet» 
dies anerkennen und wird jene Gefühle finden, die den ganzen Patrioten ausmachen. Das ist die absolute Aner- kennung der höchsten Autorität und deren Vertretung. Ein Strahl göttlichen Rechtes und Kraft strahlt wieder aus dem Vertreter des Höchsten und davor beugen wir uns als Liechtensteiner. Wir sind verknüpft, mit diesem Na- men Liechtenstein und wir wollen es sein und bleiben. Diese unsere Gefühle sind nie ins Wanken gekommen und sie werden erhalten bleiben, sie sind tief gewurzelt im Volk und wir brauchen keine Anstrengungen zu ma- chen, den monarchistischen Gedanken wach zu erhalten, aber eine Kundgebung dieses Gedankens wollen wir ge- ben, eine Kundgebung unserer Stellung zur Monarchie. In einer amerikanischen Zeitung stand anlässlich der Huldigung, Liechtenstein sei ein Stücklein Feudalismus des Mittelalters, jawohl, aber ein Stücklein jenes glück- lichen Mittelalters, das erhalten werden dürfte. Wir sind unter dieser Tradition und unter dieser Form des Regie- rens glücklich gewesen und wir wollen glücklich blei- ben. Wir lassen jedem Glücklichen sein Glück, aber eines wissen wir, manche haben dies abgelehnt und die Krone weggelegt. Ich sehe nicht ein, dass sie damit glücklicher geworden wären, im Gegenteil, es fehlt vielleicht heute jener grosse zusammenhaltende Gedanke. Wir lassen je- dem seine Form, wir aber wollen Liechtensteiner bleiben und Monarchisten und Liechtensteiner in der Art jenes familiären Geistes, der uns und das Fürstenhaus beseelt. Es ist eine glückliche Vorsehung und unserem Fürsten huldigen wir heute und wünschen ihm Glück. In dem 84-jährigen Monarchen haben wir die Verkörperung des familiären Geistes und Zusammenlebens zwischen Fürst und Volk. Ich möchte bitten, diesen Gedanken zu er- neuern. Der erste Dank gehört Gott. Wir haben gebetet: Gott erhalte unseren Fürsten, Gott leite unser Geschick. Was ‹Gottes weise Hand für uns ersehn›, heisst es in der Volkshymne. So soll es sein und der Segen Gottes soll uns begleiten und in besonderer Weise den Fürsten des Landes.»73 Eine der letzten Amtshandlungen des Fürsten war die Stiftung eines liechtensteinischen Verdienstordens (mit mehreren Stufen) und eines Verdienstzeichens. Dieser wurde an In- und Ausländer verliehen, «welche sich um das Fürstentum Liechtenstein besondere Verdienste er- worben haben.»74 Anlässlich seines 85. Geburtstags liess er 80 Personen mit Orden und Verdienstzeichen aus- zeichnen. Dieser «Auszeichnungssegen»75 diente einer 
Anton Frommelt, ein begnadeter Festredner, ehrte den Fürsten mit folgenden Worten: «Jeder Einzelne aus dem Volke kennt den Fürsten, hat ihn persönlich gesehen, die meisten haben persönlich mit ihm gesprochen, der Fürst kennt sein Völklein und das gibt jenen Geist der Familiarität, den wir in besonderer Weise schätzen und pflegen. ... Das erste, was wir tun müssen, haben wir ge- tan im höchsten Sinn: das ist der Dank an den Schöpfer und Herrn, wir sind ein christliches Volk, das jeden Zu- fall ablehnt, sondern was geht und steht als einen Weg der Vorsehung anerkennt. ... Der rechte Patriotismus ver- langt, dass wir uns heute in unserer Verbundenheit mit dem Fürstenhause erneuern und dies der Mitwelt öffent- lich kundtun. Ich weiss, dass in dieser Gesinnung keine Parteien bestehen, dass das Volk eins ist. Wir anerken- nen den Fürsten und ehren nicht nur seine Person, son- dern das Prinzip, das Höchste: die Autorität. Wir bringen ihm Huldigungen dar, nicht wie einem toten Götzen des Altertums, sondern als einem Vertreter der göttlichen Autorität. Es ist die Eigenart der göttlichen Autorität, dass sie nicht nur verpflichtet, sondern in Milde und Güte die Verpflichteten schützt und segnet. Das ist auch die Art des Regierens des fürstlichen Hauses. Der Patriot wird 1937 stiftete Fürst Franz I. einen Orden, mit dem Personen, die sich um das Fürstenhaus oder das Land verdient gemacht haben, ausge- zeichnet werden. Kapitel_6_Vogt.indd   14622.10.12   12:40
        

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