Herausgeber:
Jahrbuch des HVFL
Bandzählung:
110
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326952_110/9/
11 Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein, Jahrbuch Band 110, 20115 
 Liechtensteinisches Landesarchiv (im Folgenden: LILA) SF 5 Fa- briksachen: Da die enthaltenen Akten nach Provenienz auch aus den drei Betrieben aufgeteilt sind, werden sie zur besseren Un- terscheidung im Folgenden mit «SF 5 Jenny» für Akten bezüglich der Firma Jenny, Spoerry & Cie., respektive «SF 5 Rosenthal» für Quellen mit Bezug auf die Weberei Rosenthal in Vaduz zitiert. 6 
 Beck und Gassner 1969. 7 
 Vgl. Brunhart 2000. 8 
 Siehe Ospelt 1972. 9 
 Vgl. Hoch 1991. 10 
 Frommelt 1994. 11 
 Vgl. Rheinberger 1994. 12 
 Quaderer 19941. 13 
 Vgl. Hofmeister 1981. 14 
 Köhler und Zacher 1981. 15 
 Maurer 1981. 16 
 Sommer 1978. 17 
 Degen 1997. 18 
 Lengwiler 20061. 19 
 Vgl. Geiger 1970, S. 191 ff. Für die vertraglichen Regelungen vgl. ebenda, S. 196 ff. 20 
 Eine schematische Darstellung findet sich bei Vogt 1990, S. 177. 21 
 Siehe Ospelt 1972, S. 301 ff. 22 
 Geiger 2000, S. 55 ff., Wille 1981, S. 81 ff. 23 
 Ospelt 1972, S. 262 ff.; Vogt 1956, S. 101 ff. 24 
 Ospelt 1972, S. 
84. 
Zollvertrag auflöste und 1924 die bis heute bestehende Zollunion mit der Schweiz einging. Liechtenstein löste sich damals vom stürzenden Habsburgerreich und fand Anschluss beim vom Krieg vergleichsweise verschont gebliebenen westlichen Nachbarland.22 Die Industrialisierung setzte in Liechtenstein spät ein. Erst 1860 wurde die erste Fabrik gegründet. Bis zum Er- sten Weltkrieg konnten sich nebst drei grösseren Tex- tilfabriken keine weiteren Industrien im Land etablie- ren.23  Gewerbebetriebe entstanden erst nach und nach. Die hauptberufliche landwirtschaftliche Tätigkeit war in Liechtenstein seit der Mitte des 19. Jahrhunderts rück- läufig: «Dabei ist aber zu beachten, dass sozusagen sämtliche Arbei- ter in den liechtensteinischen Gewerbe- und Industriebetrie- ben, auch die Saisonarbeiter, ja selbst Beamte und Geistliche, nebenberuflich Landwirtschaft betrieben.»24 Damit kam es nicht im selben Ausmass zu einer Entwurzelung der Landbevölkerung, wie dies in vie- len anderen Regionen der Fall war. Da der Grossteil der in der Textilindustrie Beschäftigten zudem Frauen waren, wurde die Arbeiterschaft auch kaum politisiert und es kam nicht zur Bildung einer eigentlichen Arbei- 
den Ursprüngen und Entwicklungen in der schweize- rischen Sozialversicherung unter dem Titel «Das Ringen um soziale Sicherheit in der Schweiz».16 Insgesamt hat ein Grossteil der Literatur, die sich mit der Geschichte des Sozialversicherungswesens befasst, bereits ein paar Jahre Staub angesetzt. Verschiedene weitere Werke so- wie neuere Aufsätze zu Einzelaspekten sollen daher eine vollständigere und etwas aktuellere Beurteilung von Einzelfragen ermöglichen. Bernard Degens Aufsatz17 untersucht die Beziehungen zwischen dem Staat und verschiedenen Interessensgruppen anhand der frühen schweizerischen Bemühungen in der Sozialgesetzge- bung. Martin Lengwilers Aufsatz «Insurance and Civil Society»18 hinterfragt die herkömmlichen Vorstellungen zum Verhältnis zwischen Versicherung und Zivilgesell- schaft. Eine vollständige Liste der weiteren verwendeten Sekundärliteratur findet sich im hinten angefügten Lite- raturverzeichnis. Historische Kontextualisierung Im Jahr 1852 unterzeichnete Liechtenstein einen Zoll- vertrag mit dem grossen Nachbarn Österreich. Mitten in den Auseinandersetzungen zwischen Österreich und Preussen um die Vorherrschaft in Deutschland konnte Liechtenstein dabei fast mühelos das erreichen, was das Land schon seit einiger Zeit angestrebt hatte.19 
Durch die in Wien residierenden Landesfürsten hatte das noch ab- solutistisch regierte Land im 19. Jahrhundert sehr enge Bindungen mit Österreich, die durch den nun erreich- ten Zollanschluss noch verstärkt wurden. Ein Grossteil der Gesetzgebung wurde jeweils von Österreich über- nommen. Das Ende des Absolutismus in Österreich machte auch in Liechtenstein den Weg zu einer konsti- tutionellen Herrschaft frei. 1862 erhielt das Land eine zwar konservativ gehaltene Verfassung mit sehr einge- schränkten Volksrechten, dennoch wurde diese Verfas- sung in Liechtenstein als grosser Fortschritt wahrgenom- men.20 Vor allem im südlichen grösseren Landesteil war die Bevölkerung durch die Nähe zur Schweiz eher zu diesem Nachbarland orientiert, was in den 1870er Jah- ren mit den Münzwirren in einer innenpolitischen Krise gipfelte.21 Letztlich sollte das Land aber bis zum Ende des Ersten Weltkriegs und der Donaumonarchie eng mit Österreich verbunden bleiben, bevor es schliesslich den Kapitel_1_Vogt.indd   1126.07.11   13:44
        

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