Herausgeber:
Jahrbuch des HVFL
Bandzählung:
110
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326952_110/55/
57 Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein, Jahrbuch Band 110, 
2011Die 
Bindung von Maurice Arnold Deforest-Bischoffs- heim an England war derart stark, dass er sich entschloss, sich auf Dauer dort niederzulassen. Am 27. Juli 1900 legte er den Huldigungseid ab. Einen knappen Monat später erhielt er die Einbürgerungserklärung. Am 25. Au- gust 1900 wurde er von Königin Viktoria zum Unterleut- nant des britischen Militärs ernannt, und am 6. Oktober desselben Jahres bestätigte sie Maurice Arnold De Fo- rest, wie er sich in England nennen liess,41 das Recht, den österreichischen Freiherrentitel und das erteilte Wappen in Grossbritannien zu nutzen. Es handelte sich aber um keine Anerkennung seines Adelsstandes in Grossbri- tannien, sondern nur um das Recht, den Auslandstitel 31  Im GeneaNet Word ist sein Name falsch als «Karpoutz» genannt. Edouard Deforest, [online], letzte Version nicht angeführt, [zit. 25. September 2010]. Zum Herunterladen unter: http://gw1.genea- net.org/index.php3?b=garric&lang=en;p=edouard;n=deforest. 32  Ebenda. 33  Der Antrag von Clara Hirsch vom 24. Dezember 1898 und das Memorandum des Ministerpräsidenten Franz Graf Thun-Ho- henstein vom 20. Januar 1899. Thun führt über den Altgrafen Salm-Reifferscheidt leider keine näheren Informationen an, und deswegen kann er mit Rücksicht auf die häufige Nutzung des Na- mens Franz in der Familie nicht identifiziert werden. AVA, AA, Deforest, Freiherrnstand 1899. 34  Goldsmidt-Rothschild, Frédéric de – Elward, Ronald: Descen- dants of Salomon Benedict Goldschmidt and Reichle Cassel, [on- line]. c 1999, letzte Revision 31. Oktober 2009 [zit. 28. Februar 2011]. Zum Herunterladen unter: http://www.angelfire.com/in/ heinbruins/Goldschmidt.html. 35  Semigotha, S. 145–146. 36  Vgl. Marianne of ’68, [online], letzte Revision 10. April 2010, [zit. 19. Januar 2010]. Zum herunterladen unter: http://iconicphotos. wordpress.com/tag/caroline-de-bendern/. 37  Maurice Arnold Deforest-Bischoffsheim, [online], letzte Revision nicht angeführt [zit. 25. September 2010]. Zum Herunterladen unter: http://gw1.geneanet.org/index.php3?b=garric&lang=en; p=maurice+arnold; n=deforest+bischoffsheim. 38  Wrigley, Chris: Winston Churchill. A Biographical Companion. Santa Barbara, 2002, S. 154. 39  Für seine Verdienste wurde er in den Adelsstand erhoben. Im Jahr 1919 wurde Smith zum Baron Birkenhead ernannt, 1921 wurde er Viscount Birkenhead, ein Jahr danach wurde ihm der Titel des Viscount Furneaux und Earl of Birkenhead verliehen. Vgl. Campbell, John: F. E. Smith: First Earl of Birkenhead. London, 1983. 40  Dufek, Pavel: Zaměstnanci Státního pozemkového úřadu (Ange- stellte des Staatlichen Grundbuchamts), S. 166. 41  Er hörte bereits kurz nach Claras Tod auf, den Namen Bischoffs- heim zu benutzen. Vgl. Maurice Arnold Deforest-Bischoffsheim, [online], letzte Version nicht angeführt, [zit. 25. September 2010]. Zum Herunterladen unter: http://gw1.geneanet.org/index. php3?b=garric&lang=en; p=maurice+arnold;n=deforest+bischoffs heim. 
Beweise von der Ratlosigkeit der Forscher, die nicht imstande sind, diese bedeutende Persönlichkeit der Geschichte des 20. Jahrhunderts 
einzuordnen. Jugendzeit des Grafen von Bendern Obwohl Maurice Arnold Deforest-Bischoffsheim öster- reichischer Baron war und ausgedehnte Landgüter in der Monarchie besass, verbrachte er fast sein ganzes Leben ausserhalb des Territoriums von Österreich-Ungarn. Seine Kindheit verbrachte er in Paris, und später war er beson- ders mit Grossbritannien verbunden. In den Jahren 1892 und 1893 studierte er am Eton College und danach, zwi- schen 1896 und 1898 an der Universität in Oxford. Seine Studien schloss er erfolgreich ab. In Grossbritannien fand er viele Freunde. Einen seiner besten Freunde, den fünf Jahre älteren Winston Spencer Churchill (1874–1965), lernte er schon als Junge in den 1880er Jahren in Paris kennen. Die Burg Eichhorn (Veveří) in Mähren besuchte er üblicherweise nur einmal im Jahr. Anlass für diesen Besuch war jeweils die Jagd mit seinen Freun- den. Mehrmaliger Gast auf der Burg Eichhorn war auch Winston Spencer Churchill, der dort im Jahr 1908 auf seiner Hochzeitsreise durch Europa Station machte.38 Ein bedeutender und einflussreicher Freund von Mau- rice Arnold Deforest-Bischoffsheim war auch Frederick Edwin Smith (1872–1930), einer der bekanntesten briti- schen Anwälte der Jahrhundertwende. Frederick Edwin Smith war auch bedeutender Politiker der Konservativen Partei, der Tories. Nach dem Ausbruch des Ersten Welt- kriegs wurde ihm die Verantwortung für das offizielle Pressebüro der Regierung übertragen und sein Stern be- gann steil aufwärts zu steigen. Zwischen 1919 und 1928 zählte er zu den einflussreichsten Mitgliedern der bri- tischen Regierung.39 Smith gehörte zum engsten Mitarbei- ter- und Freundeskreis von Winston Spencer Churchill. Smith und Churchill waren wiederholt auf der Burg Eich- horn (Veveří) zu Gast. Dorthin waren sie zum Beispiel im Jahr 1907 zur Wachtel- und Hasenjagd eingeladen wor- den.40 Die engen Beziehungen zwischen diesen drei Män- nern sind bislang noch nicht hoch genug gewür- digt worden. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass diese Freundschaft (zumindest für den Baron Deforest) sehr bedeutend war. Kapitel_2_Zupanic.indd   5726.07.11   13:45
        

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