Herausgeber:
Jahrbuch des HVFL
Bandzählung:
110
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326952_110/34/
36Vogt Wolfgang: Der Aufbau der Krankenversicherung in 
Liechtenstein 
der Versicherten auf freiwilliger Basis.243 Das Versiche- rungsobligatorium wurde 1937, 1960 und 1962244 suk- zessive ausgeweitet und 1971 konnte es mit der Verab- schiedung des Krankenversicherungsgesetzes245 für die gesamte Wohnbevölkerung Liechtensteins durchgesetzt werden. Mit seinem Inkrafttreten per 1. Januar 1972 be- stand ein Krankenpflegeversicherungsobligatorium für die gesamte Wohnbevölkerung und ein Krankengeldob- ligatorium für alle Arbeitnehmer in der Höhe von 80 Pro- zent des entgangenen Lohns.246 Erst mit dem wirtschaft- lichen Aufschwung des Landes konnten die Sozialversi- cherungen – nun umso schneller – ausgebaut werden.247 Bei der Einführung des Gesetzes waren in Liechtenstein bereits 90 Prozent der Bevölkerung Mitglied einer Kran- kenversicherung, wodurch es kaum mehr Widerstände gegen das allgemein gültige Versicherungsobligatorium gab.248 Beschäftigte in der Baumwollspinnerei Jenny, Spoerry & Cie. in Vaduz, 
1893. 
Diese hatte aber schon kurz zuvor mitgeteilt, sie sei der Ansicht, «dass die Krankenversicherung in Liechten- stein durchgeführt werden könnte, ohne dass man sich hierzu einem ausländischen Versicherungs-Institut an- schliesst.»240 
Dennoch hiess die Regierung das Vorha- ben der «Christlichsozialen Kranken- und Unfallskasse der Schweiz» gut und vermerkte, dass für die Gründung einer Niederlassung keine Konzession nötig sei. 1932 folgte mit der «Concordia»241 eine zweite schweizerische Versicherung. Die beiden Schweizer Versicherer hatten schon bald mehr Mitglieder als die bestehenden Liech- tensteinischen Krankenkassen.242 Die neu entstandene Konkurrenzsituation führte in den Folgejahren zu einem Ausbau der Versicherungsleistungen. Trotzdem ging die Ausweitung der Krankenversicherung auf weitere Teile der Bevölkerung nur schleppend voran. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war knapp die Hälfte der Liech- tensteiner gegen Krankheit versichert, rund zwei Drittel Kapitel_1_Vogt.indd   3626.07.11   13:44
        

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