Herausgeber:
Jahrbuch des HVFL
Bandzählung:
110
Erscheinungsjahr:
2011
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000326952_110/100/
102Rezensionen 
Ende November 2010 ist das monumentale Werk «Kriegs- zeit» von Peter Geiger in Schaan der Öffentlichkeit vor- gestellt worden. Die zwei mehr als 1300 Seiten umfas- senden Bände beleuchten eingehend die Geschichte des Fürstentums Liechtenstein in den bewegten Jahren des Zweiten Weltkriegs. Die Publikation ist das Resul- tat eines gross angelegten, 1987 gestarteten, im Laufe der Jahre mehrmals unterbrochenen Forschungsprojekts am Liechtenstein-Institut in Bendern über den Zeitraum 1928–1945. Die Bände zur Krisenzeit der Dreissigerjahre sind 1997 
erschienen. Ein Autor mit Aussensicht Peter Geiger, Jahrgang 1942, ist gebürtiger Schweizer, aber in Liechtenstein aufgewachsen und auch heute noch dort wohnhaft – er ist also mit den Verhältnissen im Land gut vertraut. Zugleich bringt er als Schweizer- bürger den Blick von aussen mit und bietet Gewähr für eine gewisse Unabhängigkeit und kritische Distanz. Neben seiner Tätigkeit als Forschungsbeauftragter am Liechtenstein-Institut war der habilitierte Historiker als Mittelschullehrer und als Dozent an der Pädagogischen Hochschule in St. Gallen sowie als Privatdozent an der Universität Fribourg tätig. Der Autor hat schon eine grosse Zahl von Publikationen zu einzelnen Aspekten der Liechtensteiner Zeitgeschichte vorgelegt. Als Präsi- dent der «Unabhängigen Historikerkommission Liech- tenstein Zweiter Weltkrieg» zeichnete er für deren 2005 erschienenen Schlussbericht 
verantwortlich. Verdrängtes offenlegen Ziel des Forschungsvorhabens war die Aufarbeitung und erste Gesamtdarstellung der für die liechtenstei- nische Zeitgeschichte zentralen, aber lange Zeit weit- gehend tabuisierten Phase von 1939 bis 1945, die von Furcht, Existenzangst und Bedrohung durch den Nationalsozialismus geprägt war. Als Folge der langen Verdrängung stützte sich die Überlieferung oft nur auf vage Gerüchte, die sich durch Wiederholung zu «Ge- schichtsbildern» verdichteten, den Quellen aber häufig nicht Stand halten. Umso mehr ist es Peter Geiger ein zentrales Anliegen, einerseits die Fakten gestützt auf 
Übersicht 102 Ein Autor mit Aussensicht 102 Verdrängtes offenlegen 103 Forschungsstand und Quellenbasis 103 Gliederung und Schwerpunkte 103 Erstaunlich breite Akzeptanz 105 Kriegsgeschehen und Bedrohungslage 107 Im Schatten der NS-Verbrechen 108 Politische Befriedung im Innern 108 «Volksdeutsche Bewegung» als «Fünfte Kolonne» 110  Der Umbruch – ein antisemitisches Nazi-Hetzblatt übelster Art 112 Extrem hohe Quote an Kriegsfreiwilligen 112 Breiter Widerstand gegen die braune Bedrohung 113 Verhallter Ruf nach «Säuberung» bei Kriegsende 113  Aussenpolitik: Lavieren zwischen der Schweiz und dem Reich 115  Vaterländische Union, Volksdeutsche Bewegung und das «Dritte Reich» 117  Fürst Franz Josef II. – Staatsoberhaupt, Symbolfi- gur und hochadliger Grossgrundbesitzer 119  Ein Meilenstein der Liechtensteiner Zeitgeschichtsschreibung 120 Aussicht auf weitere 
Forschungsergebnisse 
Zwischen Fürst und Führer «Kriegszeit» – Peter Geigers Monumentalwerk über Liechtenstein in den Jahren 1939 bis 1945 Werner Hagmann Kapitel_4_Hagmann.indd   10226.07.11   13:46
        

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