Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
47
Erscheinungsjahr:
2010
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000312286/97/
der Schweiz angenommen, während Vorlagen des Landtages in Volksab- stimmungen häufiger abgelehnt werden als die Behördenvorlagen in der Schweiz. Die direktdemokratischen Instrumente werden daher insbe- sondere als Ventil (Initiative) gegen Blockaden im Landtag oder Not- bremse (Referendum) gegenüber dem politischen Entscheidprozess in den Repräsentativorganen eingesetzt. Stimmbeteiligung Nach Linders These (2005, 320 ff.) lassen sich in einem politischen Sys- tem nicht gleichzeitig der Wahl- und der Abstimmungseinfluss maxi- mieren. In einem direktdemokratischen Kontext wie der Schweiz haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Möglichkeit, die Politik auf dem Weg von Referendum und Initiative wesentlich mit zu gestalten. Dies zwingt die Parteien und Staatsorgane zu einem konkordanten Po- litikstil, der geprägt ist von Verhandlungsprozessen, Kompromissen und breit abgestützten Lösungen. Eine Folge davon ist auch die Regierungs- beteiligung der stärksten Parteien in einer Vielparteien-Koalition. Dem- entsprechend verlieren Wahlen stark an Richtung weisender Bedeutung, womit auch die Wahlmotivation und die Wahlbeteiligung sinken. Um- gekehrt bedeutet dies, dass in Konkurrenzdemokratien ohne direktde- mokratische Rechte – etwa im britischen Westminstermodell – der Ein- fluss von Wahlen hoch ist, sodass auch die Motivation zur Wahlteil- nahme höher ist. Trotz direktdemokratischer Einrichtungen weist jedoch Liechten- stein im Gegensatz zur Schweiz eine ausgesprochen hohe Wahlbeteili- gung auf. Sie bewegte sich bis in die 1980er Jahren auf einem Niveau von 97 
Direktdemokratische Einrichtungen Tabelle 9: Art der Vorlage bei Volksabstimmungen 1919 bis 2009 Art der VorlageZahlProzent Total Behördenvorlagen (Landtagsbegehren)4242.4 Initiative (Sammelbegehren)3434.3 Referendum (Sammelbegehren)2323.2 Total99100.0 Quelle: Marxer (i.Vorb.)
        

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