Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
47
Erscheinungsjahr:
2010
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000312286/82/
da sie sonst leicht entlarvt und eventuell in Form eines Leserbriefes blossgestellt werden. Viertens ist der Leserschaft der politische Hinter- grund der Zeitungen bekannt, sodass die Zeitungen ohnehin ein publi- zistisches Glaubwürdigkeitsproblem haben. Und schliesslich erlaubt auch der Konsum von ausländischen Medien – Zeitungen und insbeson- dere auch Fernsehen – die Entwicklung von Wahrnehmungsmustern ausserhalb der Parteienkontrolle. Politisches System Nach Art. 2 LV von 1921 ist das Fürstentum Liechtenstein eine konsti- tutionelle Erbmonarchie auf parlamentarischer und demokratischer Grundlage. Die Staatsgewalt ist im Fürsten und im Volk verankert. Das monarchische Prinzip ist damit überwunden, ohne gleichzeitig dem de- mokratischen Prinzip zum Durchbruch zu verhelfen. In der liechten- steinischen Verfassungslehre wird diese Form einer Mischverfassung als dualistische oder elliptische Verfassung bezeichnet. Die monarchischen Kompetenzen sind in Liechtenstein im Vergleich zu anderen monar- chisch geprägten Staaten relativ weitgehend. Im Unterschied etwa zu Grossbritannien, den skandinavischen Ländern, den Benelux-Staaten und anderen europäischen Staaten mit Königen, Königinnen, Grossher- zogen oder Fürsten beschränkt sich die Rolle des Fürsten von Liechten- stein nicht auf mehr oder weniger symbolische und integrative Funktio- nen. Dies wurde zwar von einigen Verfassungsexperten im Sinne einer zeitgemässen Interpretation der Monarchie auch für Liechtenstein ein- gefordert, nachdem auch in anderen europäischen Staaten teilweise eine grosse Kluft zwischen dem normativ hohen Status des Monarchen und dessen tatsächlichem politischen Einfluss besteht. Während der Regie- rungszeit von Fürst Franz Josef II. (1906–1989) deutete auch einiges da- rauf hin, dass die Monarchie in Liechtenstein dem Beispiel anderer Staa- ten folgt. Der Nachfolger und amtierende Fürst Hans-Adam II. (geb. 1945) liess jedoch keinen Zweifel aufkommen, dass er die in der Verfas- sung von 1921 normierten Kompetenzen nicht nur einfordert, sondern auch weitestgehend zugunsten des Monarchen interpretiert. Im Kompetenz gerangel über die Festlegung des Abstimmungstermins für die EWR-Abstimmung im Herbst 1992, bei der Auflösung des Landtags im Herbst 1993 und bei der Publikation des Hausgesetzes ebenfalls im 82Rahmenbedingungen 
öffentlicher Kommunikation in Liechtenstein
        

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