Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
47
Erscheinungsjahr:
2010
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000312286/70/
digen Staat anerkennen wollte. Heute, ein knappes Jahrhundert später, steht die Souveränität Liechtensteins nicht mehr in Frage. Meilensteine in der Anerkennung der Staatlichkeit Liechtensteins waren der Beitritt zum Europarat 1978 und zur Uno im Jahr 1990. Die Verletzlichkeit und Aussenabhängigkeit fördert nach Neidhart die innere Integration und verleiht den Symbolen der kulturellen und politischen Selbständigkeit im Kleinstaat besondere Bedeutung.22Im vorliegenden Fall Liechtensteins führt dies zu einem hohen Stellenwert der Souveränitätssicherung in der Aussen- und Wirtschaftspolitik. Die Monarchie und das Fürstenhaus sind dabei zweifellos ein herausragen- der Alleinstellungsfaktor im internationalen Konzert, mit hohem Image- und Identifikationswert, was auch aus verschiedenen Umfragen über die Wahrnehmung Liechtensteins im Ausland hervorgeht (Institut für De- moskopie Allensbach 1977, 1999). Allerdings hat Liechtenstein die kriti- sche Grösse für einen potenten internationalen Akteur bei weitem nicht erreicht, sodass die Aussenpolitik auch von Pragmatismus und Anleh- nung an andere Staaten geprägt ist. In der Eigenwahrnehmung hat die verstärkte internationale Anbindung der letzten Jahrzehnte, kombiniert mit starker Zuwanderung und zunehmender kognitiver und geografi- scher Mobilität der Bevölkerung, zu einer relativen Weltoffenheit ge- führt.23 Trotz vielfältiger Kooperationen mit anderen Staaten und Glied- staaten sowie Mitgliedschaften in internationalen Organisationen und der Mitwirkung in zahlreichen Abkommen bleiben, wie in grösseren Staaten, wesentliche Regelungsbereiche dem Nationalstaat vorbehalten. Darin unterscheidet sich Liechtenstein nicht von anderen Staaten, wel- che notabene ebenfalls Kompetenzen an ausserstaatliche oder suprana- tionale Gremien delegieren, wie das Beispiel der Europäischen Zentral- bank oder die Regelungskompetenzen der EU-Kommission in Brüssel zeigen. Ein wesentlicher Unterschied zeigt sich allerdings darin, dass sich die nationale öffentliche Debatte in Liechtenstein in einem weit engeren 70Rahmenbedingungen 
öffentlicher Kommunikation in Liechtenstein 22Vgl. Neidhart 1982b, 452, der aus der Angst des Kleinstaates (Schweiz) vor Ab - hängigkeit und Verlust der Freiheit den grossen Anteil der Auslandberichterstat- tung schweizerischer Medien, insbesondere mit Fokus auf krisenhafte Ereignisse, erklärt. 23Vgl. Umfrage über nationale Identität Liechtensteins bei Marxer 2006b.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.