Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
47
Erscheinungsjahr:
2010
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000312286/60/
können also öffentliche Informations- und Kommunikationsanstren- gungen vergleichsweise viel erreichen. Von ambivalenten Stimmbürgern zu unterscheiden ist jene Gruppe der «Unsicheren», die über gar keine sachspezifischen Erwägungsgründe für einen zu treffenden Entscheid verfügen und vermutlich dazu neigen, der perzipierten Mehrheitsmei- nung zu folgen. Die empirische Basis dieser breit angelegten Untersuchung bildet eine Panel-Befragung von 1000 Schweizer Stimmbürgern, die zwischen Dezember 1993 und Oktober 1995 viermal zu sechs verschiedenen Mass nahmen gegen Luftverschmutzung und Verkehrsbelastung befragt wurden. Zwischengeschaltet waren Phasen der intensivierten Informa - tion durch natürliche Ereignisse oder experimentelle Simulation (vgl. auch Bütschi 1993). Als Ergebnis der statischen, zeitpunktbezogenen Analyse am Be- ginn des Meinungsbildungsprozesses konnte festgestellt werden, dass die Meinungen der Bürger –am besten durch die internalisierten politischen Prädispositionen erklärt werden können, –entgegen der Annahme kaum durch «externe Prädispositionen» bestimmt sind, –die Schweizer Besonderheit der Differenz von Sprachregionen (ein Indikator für kulturelle Prädispositionen) widerspiegeln, –im Falle von Zwangsmassnahmen durch die unabhängigen Varia- blen generell besser erklärt werden können als in den übrigen Fällen, –sich im Verlauf der Debatte als resistent gegen Meinungswandel er- weisen, wenn sie in konsistenten politischen Vorstellungssystemen verankert sind. Die dynamische Analyse der Entwicklung individueller Meinungen über den gesamten Untersuchungszeitraum erbrachte darüber hinaus eine Fülle weiterer Erkenntnisse, von denen hier nur die für unsere Zwecke wichtigsten Resultate wiedergegeben werden können. Zunächst liess sich feststellen, dass die Neigung zum Meinungswechsel stark aus - geprägt ist. Je nach Sachfrage änderte zwischen einem Viertel und der Hälfte aller Befragten seine Meinung mindestens einmal. Dabei spielte die Intensität der jeweiligen Informationsflüsse offenbar eine wesent - liche Rolle. Je intensiver die Kommunikation, desto nachhaltiger die 60Öffentlichkeit, 
öffentliche Meinung und Demokratie
        

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