Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
47
Erscheinungsjahr:
2010
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000312286/317/
munikation Wirkungen aus: Häufige Gespräche über Politik waren überzufällig häufig mit ablehnender Haltung gegenüber der Verfas- sungsinitiative assoziiert. Die hierarchische Analyse des Gesamtmodells (rechter Tabellen- teil) verstärkt diesen Eindruck: Durch Einbezug der Kommunikations- variablen (nach Integration von Soziodemographie und Prädispositio- nen in die Regressionsgleichung) wird lediglich knapp ein Prozent zusätzliche Varianzaufklärung erreicht. Der Zugewinn ist zwar bei ge- ringer Irrtumswahrscheinlichkeit (p < .01) signifikant, aber gleichwohl minimal. Einziger signifikanter Prädiktor ist auch hier die Gesprächs- kommunikation. Die stärksten direkten Effekte auf das Stimmverhalten gingen danach von den grundlegenden politischen Wertorientierungen der Stimmbürger aus, vor allem von der Affinität für eine starke, hierar- chisch funktionierende politische Führung (Autoritarismus). Ausge- prägter Nationalstolz und die Präferenz für den Erhalt des Bestehenden (Konservativismus) wirkten ebenfalls zugunsten der Stimmabgabe für die Initiative, während die Unterstützung demokratischer Werte eine ab- lehnende Haltung nach sich zog. Das Ergebnis der Abstimmung war demnach durch die politische Kultur des Landes weitgehend determi- niert. Das gilt umso mehr, als sich die auf das politische System bezoge- nen Einstellungen der Bürger ebenfalls durch Wertorientierungen erklä- ren lassen. So liegt es nahe, den überragenden Vertrauensvorschuss des Staatsoberhaupts als unmittelbare Folge der Präferenz für hierarchische politische Strukturen zu sehen, wohingegen die schwache Vertrauensba- sis von Landtag und Parteien eine Folge der mangelnden Verankerung demokratischer Wertorientierungen sein dürfte. Von diesen unmittelbar systembezogenen politischen Präferenzen der Stimmbürger gingen ebenfalls starke direkte Effekte auf das Stimmverhalten (zugunsten der Initiative des Fürstenhauses) aus. Schliesslich wirkten auch Parteiloyali- täten prägend für das Stimmverhalten: Je stärker sich jemand mit einer der drei Landtagsparteien identifizierte, desto höher war die Wahr- scheinlichkeit, dass er im Sinne der Stimmempfehlung dieser Partei vo- tierte. Dieser Mechanismus erklärt weitere zwölf Prozent der Varianz im Stimmergebnis. Darüber hinaus zeigt die hierarchische Analyse, dass politischen Kognitionen tatsächlich eine eigenständige Erklärungskraft im Abstim- mungsprozess zukommt. Nach Einbezug aller anderen Prädiktoren erbringt dieser Variablenblock zehn Prozent zusätzlicher Varianzauf - 317 
Prädisposition, Kommunikation und Stimmverhalten
        

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