Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
47
Erscheinungsjahr:
2010
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000312286/314/
auftreten. Sie partizipieren an öffentlicher Kommunikation zumindest insoweit, dass sie mit einer beträchtlichen Zahl von Botschaften und In- formationen in Berührung kommen und sind zugleich durch Vorwissen und feststehende Einschätzungen nicht lückenlos geschützt. Mithin er- gibt sich als weitere Forschungsfrage: Lassen sich statistisch signifikante Differenzen der Wirkung von Öffentlichkeit auf Bevölkerungsgruppen mit schwacher, mittlerer und starker politischer Involvierung nachweisen? Um empirisch gestützte Antworten auf diese Fragen zu entwickeln, wurde eine Reihe von Regressionsmodellen geschätzt. Datengrundlage bildet die telefonische, repräsentative Abstimmungsumfrage bei 800 zu- fällig ausgewählten Stimmberechtigten Liechtensteins, die in der Woche nach dem Ereignis durchgeführt wurde. Als abhängige Variable verwen- den wir die Frage nach dem Stimmverhalten bezüglich der Verfassungs- initiative des Fürstenhauses.210Als Prädiktoren werden insgesamt 23 Va- riablen berücksichtigt, die wir entlang der theoretischen Konstrukte in sechs Variablenblöcke unterteilen. Was die Prädispositionen angeht, haben wir aus Gründen analytischer Klarheit zusätzlich zwischen grundlegenden Wertorientierungen, Parteiidentifikation und sonstigen politischen Prädispositionen unterschieden, wobei letztere neben dem politischen Interesse das Vertrauen in Verfassungsinstitutionen und po- litische Parteien umfassen. Die Regression des individuellen Stimmverhaltens auf die unab- hängigen Variablen wird einmal nach Prädiktorengruppen getrennt be- rechnet, also für sechs verschiedene Einzelmodelle, und einmal als hie- rarchische Regressionsanalyse, in welche die Prädiktoren blockweise in der Reihenfolge ihrer theoretischen Bedeutung eingehen. Der erste Ana- lyseansatz erlaubt eine vorläufige Einschätzung der direkten Effekte ein- zelner Variablengruppen auf das Stimmverhalten, die zweite Schätzung zeigt zusätzlich, wie viel Erklärungskraft (Change in R2) das Gesamt- modell durch den Einbezug zusätzlicher Prädiktoren gewinnt. Es ver- 314Entstehung 
und Entwicklung der Bevölkerungsmeinung 210Um die empirischen Analysen zusätzlich abzusichern, wurden die gleichen Modelle in zwei weiteren Varianten geschätzt: mit dem Stimmverhalten bezüglich der kon- kurrierenden Initiative «Verfassungsfrieden» und mit einer Variable, die das Stimm- verhalten zu beiden Initiativen einbezieht. Alle alternativen Analysen erhärten das Ergebnis der ersten Analysestrategie, sodass wir uns hier auf die Präsentation der Ergebnisse zur Fürsteninitiative beschränken können (Tab. 40).
        

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