Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
47
Erscheinungsjahr:
2010
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000312286/304/
entsprechende Tests mit Einzelthemen wie dem häufig genannten Rich- terbestellungsverfahren. Auch wenn man die individuelle Intensität der Zeitungsnutzung mit der tatsächlichen Menge an Informationen ge- wichtet, die in den beiden Blättern zum jeweiligen Thema verbreitet wurde, um so einen exakteres Mass für individuell wahrgenommene Themenstruktur der Medien zu erlangen (vgl. Vreese / Semetko 2004, 114), ändert sich nichts am Ergebnis: Ein individueller Agenda-Setting- Effekt öffentlicher Kommunikation lässt sich im vorliegenden Fall und mit den verfügbaren Daten nicht nachweisen. Für die individuelle Sa- lienz namentlich der substantiellen Verfassungsthemen war im Frühjahr 2002 vor allem die politische Kompetenz und die subjektiv empfundene, persönliche Betroffenheit durch eine allfällige Verfassungsänderung massgeblich. Alle übrigen Kontrollvariablen wie grundlegende Einstel- lungen zu Demokratie und Monarchie, affektive Parteibindungen oder soziodemographische Variablen spielten ebenfalls keine Rolle. Auch im eigentlichen Abstimmungskampf kann ein Agenda-Setting-Effekt der Kampagnenkommunikation auf individueller Ebene nicht belegt wer- den. Modellrechnungen mit den Daten der Nachwahlbefragung zeigen, dass die Salienz der Themenkomplexe «Schicksal des Fürstenhauses», «Verhältnis von Demokratie und Monarchie» und «Kulturelle Identität» primär durch grundlegende politische Wertorientierungen sowie Stärke und Richtung der Parteiidentifikation bestimmt war. Die Priorisierung substantieller Verfassungsthemen auf der individuellen Agenda lässt sich erneut vor allem durch politisches Interesse, Bildung und Kompetenz erklären. Kommunikationsvariablen leisteten in keinem Fall einen über- zufälligen Erklärungsbeitrag. Framing Die Kernidee des Konzepts 
Media Framingbesagt, dass Ereignisse, Sachverhalte oder Zustände, über welche Medien berichten, höchst un- terschiedlich kontextualisiert oder eben «gerahmt» werden und dabei durchaus unterschiedliche Bedeutungen annehmen können, mit entspre- chenden Folgen für die Realitätswahrnehmung der Rezipienten. Offen- sichtlich kann jeder Sachverhalt unserer Erfahrung aus einer Mehrzahl von Perspektiven (ökonomisch, rechtlich, sozial, politisch, historisch usw.) beschrieben und mit einer Vielzahl von Attributen in Zusammen- 304Entstehung 
und Entwicklung der Bevölkerungsmeinung
        

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