Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
47
Erscheinungsjahr:
2010
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000312286/297/
stärkt wurden, während echte Konversionseffekte nicht nachweisbar sind. Agenda-Setting im Abstimmungsprozess Das Theorem des Agenda-Setting steht am Anfang des Perspektiven- wechsels von persuasiven zu kognitiven Ansätzen in der zeitgenössi- schen Medienwirkungsforschung. Es bildet bis heute einen der meist verfolgten und erfolgreichsten Zugänge zu den kognitiven Effekten der Massenmedien. Die Kernidee besagt – in der berühmt gewordenen For- mulierung von Bernhard Cohen (1963, 13) – dass Medien und öffent - liche Kommunikation den Menschen vorgeben, worüber sie nachden- ken, welche Ereignisse, Sachverhalte und Zustände sie für wichtig halten und welche unbeachtet bleiben. Was die Menschen dazu im Einzelnen denken oder meinen werden, ist eine andere Frage. Die Lenkung und Ablenkung von Aufmerksamkeit durch Medieninhalte ist an und für sich als folgenreiche Medienleistung anzusprechen, weil sozial folgenlos bleibt, was nicht ins Blickfeld des Einzelnen und der Gesellschaft gerät. In der empirischen Forschung wird der Nachweis des Agenda-Setting- Effekts über die Prüfung des Zusammenhangs zwischen medialer Be- richterstattung und wahrgenommener Wichtigkeit sozialer Tatbestände beim Medienpublikum geführt. Dabei strukturieren zwei Konzeptdiffe- renzierungen das Forschungsfeld (McCombs u. a. 1995, 285). Zum einen lassen sich einschlägige Studien auf makroskopischer Ebene (Themen - strukur der Medien; Bevölkerungsanteil, der ein Problem für wichtig hält) oder mikroskopischer Ebene (Berichterstattung individuell genutz- ter Medien; Wichtigkeitseinschätzung des einzelnen Befragten) anlegen. Zum anderen ist zwischen Themenstrukturierungseffekten 
(Priorities- Model)und Thematisierungseffekten 
(Salience-Model)zu unterschei- den. Während im erstgenannten Fall nach der Übereinstimmung von Themenrangfolgen gesucht wird, geht es im zweiten Modell um die Fä- higkeit der Medien, singuläre Ereignisse und Sachverhalte, die zuvor noch nicht auf der Agenda standen, bekannt zu machen und im Be- wusstsein der Öffentlichkeit als «hervorragend» zu verankern. Betrach- tet man die reichlich vorliegende Forschung im Überblick, so konzen- triert sich die empirische Evidenz für die Agenda-Setting Funktion auf makroskopische Designs und das Priorities-Modell. Individuelle Effekte 297 
Kognitive Effekte der öffentlichen Meinung
        

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