Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
47
Erscheinungsjahr:
2010
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000312286/267/
direktem und vermitteltem Engagement. Die Unterscheidung entspricht der oben ausführlich erläuterten Differenz von Gesprächs- beziehungs- weise Versammlungsöffentlichkeit auf der einen und Medienöffentlich- keit auf der anderen Seite. Als Indikatoren benutzen wir (soweit nicht anders angegeben) die Selbsteinschätzung des Informationswertes ver- schiedener Kommunikationskanäle für die persönliche Meinungsbil- dung im Referendumsprozess. Gegenüber Fragen nach der allgemeinen Mediennutzung hat dieser Indikator den Vorteil, dass hiermit das auf den Abstimmungsprozess bezogene Informationsverhalten gegenüber unterschiedlichen Kanälen medienvermittelter und direkter Kommuni - ka tion unmittelbarer gemessen werden kann. Die Messpunkte repräsen - tieren den jeweiligen Mittelwert einer fünfstufigen Skala des Informa - tionsnutzens innerhalb der drei Vergleichsgruppen. Wer beispielsweise angibt, «viel» oder «sehr viel» über die Abstimmung durch persönliche Gespräche oder auf Informationsveranstaltungen gelernt zu haben, dem attestieren wir ein hohes direktes Engagement in der Kampagne, wer dasselbe von den redaktionellen Beiträgen der Tageszeitungen behaup- tet, gilt als auf indirekt vermitteltem Wege stark engagiert. Wie erwartet, steigen Zuwendung und wahrgenommener Informa- tionsgewinn aller Kommunikationsformen mit dem Grad politischer Kompetenz deutlich an. Das Muster zeigt sich über die drei in Abbil- dung 17 ausgewählten Informationskanäle hinaus auch bei Leserbriefen, Radio- und Fernsehsendungen und ausländischen Medien stabil. Im Erwartungsbereich liegt auch, dass in der Gruppe der politisch hochkompetenten Stimmbürger der Grad des direkt-unvermittelten En- gagements in der Gesprächsöffentlichkeit fast genauso stark ausgeprägt ist wie die Zuwendung zu den Informationen der Presseberichterstat- tung. Wer sich für Politik interessiert und sich zudem kompetent genug fühlt, zur Sache etwas beitragen zu können, tritt häufiger aus der Rolle des blossen Empfängers vermittelter Botschaften hinaus und sucht mit erhöhter Wahrscheinlichkeit das direkte Gespräch mit Freunden, Be- kannten und Verwandten. Veranstaltungsöffentlichkeiten wird in allen Vergleichgruppen die geringste Bedeutung beigemessen, immerhin errei- chen sie in der Gruppe der politisch sehr kompetenten Stimmbürger aber einen durchschnittlichen Informationswert von knapp 2,6 auf der Fünferskala. Zusammenfassend kann man sagen, dass auch im hier un- tersuchten Fall der bekannte Zusammenhang zwischen politischer Kom- petenz und Zuwendung zu politischer Information besteht. Allerdings 267 
Beteiligung an öffentlicher Kommunikation
        

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