Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
47
Erscheinungsjahr:
2010
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000312286/266/
tion (rezeptiv) zu engagieren und welche relevanten Schlüsse lassen sich daraus im Hinblick auf das Wirkungspotenzial der öffentlichen Meinung ableiten? Politische Kompetenz Intensität und Richtung der Zuwendung zur Öffentlichkeit (alsMe - dien-, Versammlungs- und Gesprächsöffentlichkeit), die themenbezo- gene Informationen in Form der öffentlichen Meinung zur Verfügung stellt, ist in der Gesellschaft nicht gleichförmig verteilt, sondern abhän- gig von individuellen Prädispositionen, insbesondere von dem, was bei John Zaller als 
political awareness, bei anderen Autoren als «politische Kompetenz» (Kriesi), «Involvierung» (Schmitt-Beck) oder «sophistica- tion» (Luskin) bezeichnet wird. Das Konzept bezeichnet eine Kombina- tion aus der Motivation, sich mit Politik im Allgemeinen und Abstim- mungsthemen im Besonderen zu beschäftigen, und der Fähigkeit, die dabei erhaltenen Informationen zu verarbeiten und für den eigenen Meinungsbildungsprozess fruchtbar zu machen. Im diesem Abschnitt interessiert uns zunächst die Zuwendungswirkung der «politischen Kompetenz». Einer vielfach bestätigten Hypothese folgend, müsste die Wahrscheinlichkeit, dass ein Stimmbürger sich intensiv mit den verfüg- baren Informationen über ein politisches Thema auseinandersetzt, in Abhängigkeit vom Grad der politischen Kompetenz variieren. Dieses theoretische Konstrukt wird in der Forschung sehr unterschiedlich ope- rationalisiert. Für die folgenden Analysen wurde ein Summenindex aus generellem politischen Interesse (Motivation) und formaler Bildung (Fä- higkeit) erstellt, der die beiden Dimensionen des Konstruktes abzubil- den versucht. Er reicht von null (keine politische Kompetenz) bis sieben (sehr hohe politische Kompetenz) und ist annähernd normal verteilt. Der Mittelwert beträgt 3,786 (± 0,054), was auf einen relativ hohen durchschnitt lichen Grad politischer Kompetenz innerhalb der Liechten- steiner Stimmbevölkerung verweist. Für die Darstellung werden die Befragten in drei Gruppen eingeteilt, wobei die Gruppe mit geringer Kompetenz knapp 20 Prozent, die mit mittlerer Kompetenz knapp 50 Prozent und die mit hoher Kompetenz knapp ein Drittel der Stich- probe ausmacht. Hinsichtlich der Beteiligung an politischer Kommuni- kation unterscheiden wir direktes und persönliches Engagement von in- 266Entstehung 
und Entwicklung der Bevölkerungsmeinung
        

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