Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
47
Erscheinungsjahr:
2010
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000312286/218/
in ihrer offiziellen Politik von der Verfassungsreform distanzierte, verlo- ren profilierte Sprecher des Pro-Lagers an Sichtbarkeit in der Berichter- stattung der Oppositionszeitung. Dabei erweist sich der parteipolitische Effekt als stärker als konkurrierende Effekte: Immerhin hätte der Nach- richtenwert «Status» auch im Vaterland für eine erhöhte Repräsentanz profilierter Fürsprecher der Verfassungsänderung gesprochen, handelte es sich dabei doch durchwegs um Regierungsvertreter und das Staats- oberhaupt selbst, einen Personenkreis also, dem von den Medien ge- meinhin ein Publizitätsvorsprung eingeräumt wird 
(governmental bias). Ein weiterer Indikator bemisst die politische Ausrichtung der Be- richterstattung an der Ausrichtung der vorgetragenen Argumente. Jedes der detailliert erfassten Argumente in der sachpolitischen Auseinander- setzung kann einer der beiden politischen Positionen, nämlich derjeni- gen, zu deren Gunsten es argumentierte, eindeutig zugerechnet werden. Insoweit lässt sich über die oben präsentierten Auswertungen zur Argu- mentationsstruktur hinaus ermitteln, welche Effekte sich hieraus auf den Medien-Bias ergeben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ausschliesslich sachpolitische Argumente erfasst wurden, die tatsächlich nur in rund 30 Prozent aller kodierten Medienstatements gefunden wurden. Die Auswertung (ohne Abbildung) beruht insoweit auf einer Teilstichprobe des Materials, liefert aber dennoch einen interessanten Befund. Es zeigt sich, dass in jedem der vier Jahre des Untersuchungszeitraums knapp 20 Prozent der medienöffentlich vorgebrachten Argumente gegen die Verfassungsreform sprachen (2003: 19,3 Prozent), während durch- schnittlich zehn Prozent der Argumente für die Reform mobilisierten (2003: 8,0 Prozent). Zusammen mit den vorgenannten Auswertungen lässt sich schliessen, dass die Repräsentanten des Pro-Lagers zwar einer- seits über einen recht deutlichen Publizitätsvorsprung in den Medien (und vor allem im Volksblatt) verfügten, diese grössere Zahl an Auf tritts - chancen aber andererseits offenbar nicht dazu nutzten, sachpolitische Argumente für ihre Position vorzutragen, sondern mehrheitlich ander- weitige Erwägungen vorbrachten. Der dritte und inklusivste der verfügbaren Indikatoren bestätigt den Befund der Argumentenanalyse. Er prüft, ob eine Stellungnahme als wertende Aussage in dem Sinne verstanden werden kann, dass sie sich erkennbar befürwortend oder ablehnend gegenüber der Verfassungsre- form äusserte 
(implicit endorsement). Als Hinweis darauf wurden posi- tiv beziehungsweise negativ konnotierte Begriffe gewertet, die sich auf 218Öffentliche 
Kommunikation im Abstimmungsprozess
        

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