Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
47
Erscheinungsjahr:
2010
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000312286/198/
tische Fokussierung auf die Loyalitäts- beziehungsweise Vertrauens- frage, die verstärkte Betonung des Folgenszenarios «innere Krise» und den Hinweis darauf, dass die Volksabstimmung (Handlungsempfehlung) das Problem lösen wird. Factor 2 reduziert in der pragmatischen Di- mension sein Deutungsangebot auf den Verbleib bei der alten Verfassung («Doppeltes Nein») und fokussiert in der Problemidentifikation voll- ständig auf Tatsache und Form der Auseinandersetzung. Hinsichtlich der Gesamtvarianz gewinnt der Fürstenframe an Erklärungskraft, der Frame «Rechtliche Bedenken» verliert gegenüber der parlamentarischen Phase sehr deutlich an Erklärungsleistung, bleibt aber knapp der stärkste Frame der Berichterstattung. Insgesamt erklären die drei Faktoren im Abstimmungskampf rund 27 Prozent der Varianz in den ausgewählten Berichterstattungsmerkmalen. Weitergehende Differenzierungen erbringen kein statistisch signifi- kantes Resultat. Insbesondere lassen sich keine erkennbaren Differenzen in der Visibilität der Frames in beiden Landeszeitungen nachweisen, was als Hinweis darauf interpretiert werden kann, dass wir es bei den gefun- denen Deutungsmustern nicht eigentlich mit dem Ergebnis von 
media framingzu tun haben, sondern mit Effekten des 
frame buildingdurch die kommunikativen Bemühungen extramedialer Akteure, das sich in den Medien abbildet. Medien-Diskurs: Zur deliberativen Qualität der Pressekommunikation In einer Reihe vorliegender Forschungsarbeiten ist versucht worden, der diskursiven Qualität von Medienkommunikation auf die Spur zu kom- men (Gerhards 1997; Marcinkowski u. a. 2001; Schneider 2003; Ferree u. a. 2002). Dabei haben sich verschiedene Merkmale herauskristallisiert, die zumindest eine näherungsweise Operationalisierung dieses schwieri- gen Konstrukts erlauben. Weitgehend unbestritten ist dabei die An- nahme, dass sich die Offenheit und Inklusivität des medialen Diskurses anhand der Frage, wer von den Medien mit Rederecht bedacht wird, recht valide vermessen lässt. Dieser Annahme folgend, zeigt die erste Auswer- tung, welche Akteure beziehungsweise Akteursgruppen als namentlich benannte Sprecher in den Tageszeitungen zu Wort kommen, indem sie wörtlich zitiert oder in indirekter Rede wiedergegeben werden. Die Ta- belle sortiert die gesellschaftlichen Akteure einem von Bernhard Peters 198Öffentliche 
Kommunikation im Abstimmungsprozess
        

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