Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
47
Erscheinungsjahr:
2010
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000312286/13/
2Öffentlichkeit, öffentliche Meinung und Demokratie: Zur Entwicklung der analytischen Instrumente 2.1Öffentlichkeitstheoretische Grund lagen: Politische Öffentlichkeit und direkte Demokratie Die vorliegende Studie fragt nach Konstitution und Folgen öffentlicher Meinung unter den Bedingungen kleinststaatlicher Öffentlichkeit im direktdemokratisch ausgestatteten politischen System. Sie hat folglich vorab zu klären, was sie im Weiteren unter den oben genannten Zentral- begriffen verstehen will. Öffentlichkeit und öffentliche Meinung sind nicht nur demokratietheoretisch zentrale, sondern auch politik- und kommunikationswissenschaftlich äusserst schillernde Begriffe. Ange- sichts der vielfältigen Konzeptdifferenzierungen und theoretischen Zu- gangsweisen, die in der Literatur ausgebreitet worden sind,1konzen- triert sich die folgende Darstellung auf diejenigen Forschungsansätze, an welche die Studie unmittelbar anknüpft. Dabei wird grob zwischen sub- jekt- und kommunikationsbezogenem Verständnis von öffentlicher Meinung unterschieden. Die erstgenannte Fassung legt mehr Gewicht auf das Meinen und die individuellen Präferenzen der einzelnen Men- schen. Öffentlich ist dieses Meinen insoweit, als es sich auf öffentliche Angelegenheiten bezieht. Das konkurrierende Paradigma rekurriert aus- drücklich nicht darauf, was wirkliche Menschen wirklich denken, son- dern versteht unter öffentlicher Meinung ein Produkt von Kommuni - kationen, die von unterschiedlichen Quellen in den öffentlichen Raum gesprochen werden. Hier liegt also das Schwergewicht des Begriffsver- ständnisses auf dem Merkmal öffentlich und insbesondere auf dem Roh- stoff öffentlicher Meinung, der öffentlichen Kommunikation. Meinung ist öffentliche Kommunikation insoweit, als ihr, wie den individuellen 13 
1Vgl. als Überblick: Imhof 2003; Marcinkowski 2008.
        

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